Wein Grundlagen

Auf der Etikett der Weinflaschen stehen folgende Daten:

Der Jahrgang, die Marke, die Herkunft, der Name der Rebsorte, die Weinkategorie, der Name des Abfüllers, der Ort des Abfüllers, der Name des Landes, der Alkoholgehalt in Volumenprozent, der Flascheninhalt in Liter

Auf der Rücketikette können folgende Daten stehen:

Erzählung über die Geschichte des Weines, seiner Region, der Traubensorte, der Ernte, des Mostes, der Vergärung, der Behandlung des Weines, seiner Reifung im Fass und in der Flasche, Empfehlungen, wie lange Sie diesen Wein lagern sollen und mit welchen Speisen dieser Wein harmoniert.

Flaschenformen:

Bordeaux-Typ, Burgund-Typ, Basken-Typ, Rhein-Typ

Flaschengrößen:

Meist in Fluglinien 0,175 Liter
Piccolo oder Viertel-Flasche 0,2 Liter
Oft in Fast-Food-Restaurant 0,25 Liter
Halbe (Wein-)Flasche (halbe Bouteille) 0,375 Liter
Standard Weinflasche (Bouteille) 0,75 Liter
Literflasche 1 Liter
Doppelliterflasche oder Doppler 2 Liter
Magnumflasche ab 1,5 Liter
Doppelmagnum 3 Liter
Jeroboam 4,5 Liter (Bordeaux) (benannt nach dem Gründer und erstem König von Israel)
Rehoboam 4,5 oder 5 Liter
Methusalem 6 Liter (benannt nach Noahs Großvater, der 969 Jahre lebte)
Imperiale 6,4 Liter (Bordeaux)
Salmanazar 9 Liter (benannt nach dem König von Assyrien)
Balthazar 12 Liter (benannt nach dem Regenten von Babylon)
Nebukadnezar 15 Liter (nach dem König von Babylon)
Goliath 18 Liter

Die Weinflaschen haben verschiedene Kapseln:

Blei-, Zinn-, Alu-, Thermo-, Plastik-, Kapseln

Der Flaschenhalsverschluß erfolgt generell mit Korken. Alternativ werden Silikon, Glas und Drehverschlüsse immer populärer.

Farbe des Weines

Die Farbe des Weines hängt von vielen Faktoren ab:

  • Herkunft (südliche Länder – reifere Trauben)
  • Boden (mineralreiche Böden – würzigere Weine)
  • Klima (wärmere Klimate – reifere Trauben)
  • Traubensorte (Farbe der Trauben)
  • Jahrgang (guter Jahrgang – sonnenreiches oder ungünstiges Weinjahr – viel Regen, wenig Sonne)
  • Winzer (hoher Hektarertrag – Beerenschalen haben wenig Farbe)
  • Kellerei (nicht genügende Zahl Maischegärungsbehälter)
  • Kellermeister (kurze Maischegärung – wenig Farbe herausgeholt)

Weisswein – Farbe

  • JUNG = Hell, fast farblos
  • UNREIF = Grüngelb, gelb-grünlich
  • GEFÄLLIG = NORMAL Gelb, hellgelb
  • REIF = Strohgelb
  • ÜBER REIF = Goldgelb, gelb
  • ALT OXYDIERT = Bernstein
  • ÜBER ALTERT, UNGENIESSBAR = hoch-farbig, braungelb

Rosewein – Farbe

  • NORMAL = Rose
  • REIF = Orange-Violett
  • ÜERREIF = Nelken-rosa

Rotwein – Farbe

Je höher die Qualität des Rotweines desto später beginnt sein „braun“-werden

  • JUNG – UNREIF = Violett-Rot
  • FÄNGT AN REIF ZU WERDEN = Rubin-Rot
  • ZWISCHEN JUNG u. ALT = Weinrot
  • REIF = Granat-Rot
  • WÜNSCHENSWERT = Braunrot
  • FÄNGT AN UNREIF ZU WERDEN = Mahagoni
  • ÜERALTERT = Bernsteinbraun

Ausserdem

  • STARKE MAISCHEERHITZUNG, NICHT SPUND-VOLL GEHALTENE FÄSSER = Leicht brandrot
  • SEHR LANGE FASSLAGERUNG = „Loh-farben“
  • OXIDATION, NICHT MEHR GESUND, TOT, VERFRÜHTE ALTERUNG = Bernsteinbraun

AUSNAHME: Die Liqueur-Weine

Die weißen Liqueur-Weine gewinnt mit der Zeit an Farbe.
Die roten Liqueur-Weine verlieren mit der Zeit ihre Farbe.

Geruch

Der Wein muß nach Wein riechen, z.B. nach Blumen, Früchte, Kräutern, Gewürzen oder trauben-sortig.

Nicht nach Fremdgerüchen, wie nach Essig z.B. essigstichiges Faß nach „faulen Eiern“ (z.B. Schwefelwasserstoff), nach heiß geriebener Haut (z.B. Schwefel), nach Nagellack (z.B: Aceton), nach schlechtem Korken muffig (z.B. unsaubere, verschlossene Fässer).

Die Aromen des Weines entwickeln sich mit der Zeit von der BLUME der Jugend zum BOUQUET der Reife, von leichten zum vollem Aroma, vom oberflächlichen zum intensiven Aroma und vom unterentwickelten zum vollentwickelten Aroma.

Bezeichnen Sie die Aromen des Weines je nach Intensität als:

parfümiert
aufdringlich
aromatisch
fruchtig
blumig
duftig
zartduftig
duftlos

Säure

Wenn der Säuregehalt (die Acidität) des Weines sehr hoch liegt, schmeckt der Wein ungenießbar, kratzig, hart, wild, kantig, spitzig, grassig, grün oder beißend.

Wenn der Säuregehalt des Weines niedrig liegt schmeckt der Wein ausdruckslos und schlaff.

Wenn der Säuregehalt des Weines mit der Restsüße aus lanciert schmeckt der Wein frisch, fruchtig, reif, ausgewogen und ausgeglichen.

Wenn der Rotwein jung und unreif ist enthält er viele Farbstoffe, schmeckt er herb zusammenziehend, adstringierend, rauh oder pelzig.

Reifer Rotwein mit viel Alkohol schmeckt kraftvoll, warm und harmonisch.

Pinot Noir

Pinot Noir

Trauben

Einige Traubensorten geben dem Wein charakteristische Aromen, die typisch für diese Traubensorte sind. Chardonnay – Citrusfrüchte ähnlich, Sauvignon exotische Früchte ähnlich d.h. sie sind sortentypisch im Aroma. Merlot – fruchtig, Syrah erdig d.h. sie sind sortentypisch im Geschmack. Andere Traubensorten geben dem Wein keine Aromen- oder geschmackstypischen Komponenten. Sie sind eher Aroma- und Geschmacksneutral.

Alter

Junge Weine sind noch „grasgrün“. Sie haben noch hohe Säurewerte, sind lebendig, haben den Geschmack von sauren, grünen Apfel. Sind sie reif werden sie gelb, strohgelb und schmecken z. B. nach Honig oder Walnüssen. Ist der Wein überreif, dann zerfällt sein Bouquet, riecht nach verdorbenem Kohl.

Chardonnay

Chardonnay

Frucht

Wein sollte fruchtig im Geruch und im Geschmack sind. Es gibt Weine, die an die Traubensorte erinnern, aus der sie hergestellt worden sind. Es gibt Weine, die auch nach anderen Früchten und Obst erinnern, wie z.B. Weißweine aus Sauvignon an Pfirsichen, Chardonnay an Johannisbeeren, Roseweine aus Grenage an Erdbeeren. Rotweine aus Merlot an Brombeeren, Kirschen oder nach Pflaumen.

Körper

Der Körper erklärt sich geschmacklich nach seiner Substanz, nach seinem Gesamtgewicht, nach seinem Gesamtextrakt. Dünn oder vollmundig, gehaltvoll, schlank oder körperreich, extraktreich. Das läßt sich leicht auch optisch bei seiner Bewegung im Glas bestätigen:

Wenn der Wein sich schnell im Glas bewegt ist er dünnflüssig und leicht. Der Wein ist dünn. Seine Dichte, seine Viskosität ist klein.

Wenn er sich langsam bewegt ist er dickflüssig und schwer. Der Wein ist Extrakt reich, gehaltvoll, vollmundig, körperreich.

Alkohol

Die richtige Menge an Alkohol gibt dem Wein seine Balance und Geschmeidigkeit. Ein ausgeglichener Alkoholgehalt lässt den Wein geschmeidig, geschliffen, elegant, rund und fruchtig erscheinen. Durch zuviel Alkohol schmeckt der Wein brennend, spritzig, brandig, und stechend.

Abgang

Der Abgang ist das Geschmackserlebnis das uns bleibt nach dem wir den Wein heruntergeschluckt haben. „Große“ Weine haben einen langen, anhaltenden, nachhaltigen Nachgeschmack. Schmeckt intensiv auch nach dem Herunterschlucken. „Kleine“ Weine mit kurzem Nachgeschmack schmecken leer, kurz, wässerig und stumpf.

Wortwahl

Beschreiben Sie den Wein Ihren Gästen mit allgemeinverständlichen Wörtern. Klar und eindeutig um Missverständnisse zu vermeiden. siehe Wein Jargon

Gläser

Das richtige Glas hat einen völlig glatten Mundrand ohne jeden Wulst weil so die Aromen des Weines besser wahrgenommen werden, da sie sich am oberen Teil des Glases sammeln.

Der Wein schmeckt besser wenn er aus Gläsern getrunken wird…

  • ….deren Wand leicht gewölbt ist und sich am Rand nach innen neigt.
  • ….deren Wand (des Kelches) dünn ist, weil solche Gläser weniger Wärme an den kühlen Wein abgeben.
  • ….die groß genug sind, damit Sie eine angemessene Menge einschenken können.
  • ….die einen farblosen, kristallklaren und durchsichtigen Kelch haben. (um die Farbe und Klarheit des Weines zu erkennen)
  • ….die einen langen Stiel haben, damit Ihre Gäste so das Glas halten können ohne den Kelch zu berühren und den Wein mit der Hand zu erwärmen.

Rotweingläser mit größerem Kelch, damit man den Rotwein bequem schwenken und kreisen, ihn mit viel Luft in Berührung bringen und seine Aromen leichter wahrnehmen können.

Weiß- und Roseweingläser mit kleinerem Kelch, damit sich der Wein nicht zu schnell erwärmt.

Liqueurgläser mit noch kleinerem Kelch, damit die geschmacksintensiven Likörweine in kleinen Schlucken genossen werden kann.

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