Wer brachte den Tabak nach Europa?
Vielen Entdeckern, Geistlichen und Adeligen wird nachgesagt sie hätten den Tabak nach Europa gebracht.
Am glaubhaftesten wird es den folgenden Personen zugeschrieben:
Christoph Kolumbus, Amerigo Vespuci, der Mönch Ramon Pane (der erste Mönch und Missionar in Amerika) und der spanische Konquistador Hernan Cortes. Weiters dem Portugiesen Fernao de Magalhaes und dem ebenfalls aus Portugal stammenden Altares Betrau Cabral, der um 1500 in Brasilien landete.
Später wurde von seinem Namen wurde nicht nur das „Nikotin“ hergleitet sonder auch der Name der Tabakpflanze – „Nicotiana tabacum“
Sir Walter Raleigh, Pirat seiner Majestät Elisabeth I bringt die Zigarre nach Großbritannien – als erfolgreicher Günstling der Königin war Sir Walter so angesehen, dass in kurzer Zeit das Rauchen in London gesellschaftsfähig wird
Die Stimmen der ersten Nichtraucher werden laut
König Philip II von Spanien befahl das Auspeitschen der Tabakpflanzer und –händler schickte sie ins Exil und verbrannte das gefährliche schädigende Kraut öffentlich
Der russische Zar Michael Fedorowitsch Romanov verbot 1633 den Verkauf und Gebrauch des Tabaks bei Androhung von Knute, Aufschlitzen der Lippen, Verbannung und gar Todesstrafe.
Unter der Regierung des Sultans Murad IV, um 1625 wurde Rauchern in milden Fällen die Nase durchbohrt und das Pfeifenrohr durchgezogen; es wird allerdings auch berichtet, dass Raucher geköpft, gevierteilt, gehenkt oder mit zerschmetterten Händen und Füssen auf die Straße geworfen wurden.
Am 30. Jänner 1642 drohte Papst Urban VIII. in seiner Bulle an diesen Tag allen, die in der Kirche Tabak rauchten, kauten oder schnupften, mit dem Kirchenbann und Exkommunikation
1566-1625: Der engl. König Jacob I., Sohn der Maria Stuart, wandte sich in seinem anonym veröffentlichten „Counterblast to Tobacco“ scharf gegen den Tabak und seine vermeintlichen Heilkräfte; er denunzierte das „Nikotinkraut“ in seiner Streitschrift als eine unzivilisierte heidnische Gewohnheit:
“. . . . . ein Abkömmling der Sünde der Trunkenheit, die Wurzel allen Übels . . . . . ein Brauch, abscheulich für das Auge, hassenswert für die Nase, schädigend für das Gehirn, gefährlich für die Lungen und einen schwarzen, stinkenden Rauch verbreitend, der am Ehesten an den infernalischen Qualm und Gestank einer Pestgrube (Höllengrundes) erinnert.”
Zitat Ende
1717, 21, 23 – die Tabakpflanzer erhoben sich gegen das spanische Tabakmonopol, wodurch die Pflanzer verpflichtet wurden den Tabak für die Herstellung von Zigarren in Sevilla ausschließlich an die Regierung zu verkaufen. Nach diesen Aufständen beginnen die Pflanzer in kleinem Umfang eigene Zigarren herzustellen
1730 – „Cigarro“ taucht erstmals in geschriebener Form auf und findet 1737 als „Seegar“ Einzug ins englische Wörterbuch
1800 man kam auf die Idee verschiedene Tabakblätter für eine Zigarre zu verwenden, perfektionierte die Trocknung und Fermentierung. Die noch heute verwendete Methode der Zigarrenherstellung ist vollständig entwickelt
1810 – werden die ersten Zigarren als Warenzeichen eingetragen (Cabanas y Carbajal)
1827 – die erste große Marke erscheint am Markt (Partagas) und produziert seit 1845 in derselben Fabrik
1840 – H. Upmann verwendet erstmals Zedernholzkisten mit Logos und Etiketten
1850 – der Holländer Gustavo Bock ruft die Bauchbinde ins Leben, die zu wichtigen Bestandteilen der Verkaufsstrategie werden und das Wort „Havanna“ wird zum Oberbegriff für eine teure Zigarre
Nach dem Ende der beiden Unabhängigkeitskriege (1868 – 78 und 1895 – 98) in Kuba (die spanische Kolonialmacht verweigerte Kuba größere Autonomie bei gleichzeitiger Erhöhung der Steuern) haben viele Manufakturen Kuba verlassen. Abwanderung nach Dom Rep, Mexiko, Jamaika, Honduras, Venezuela
1900 – mehr als 5000 Mensch sind in Spanien mit der Zigarrenproduktion beschäftigt
Kuba löst Spanien als Hauptproduzent ab – fertige Zigarren überstehen die Reise besser als lose Blätter und wird zum wichtigsten Industriezweige von Kuba
Die Zigarre avanciert zum Statussymbol. Monopole entstehen durch diese neue Quelle für Steuereinnahmen
Edward VIII, war ein großer Zigarrenliebhaber – zum Leidwesen der Queen „she was not amused“ – und prägte den Ausspruch „Gentlemen, sie dürfen rauchen
Der Smoking entseht – nach dem Dinner ziehen sich die Damen zurück und die Herren rauchen Zigarren und trinken Portwein – zu diesen Zweck tauschte man das Sakko wegen der Geruchsbelästigung
Beginn der maschinellen Zigarettenproduktion – die Zigarette entwickelt sich 100 Jahre zuvor als Abfallprodukt der Zigarre – sozial Schwache sammeln Zigarrenkippen und wickeln sie in Papierstücke
1920 – Beginn der maschinellen Zigarrenproduktion in Kuba
1959 – nach der Machtergreifung Castros wanderten wieder namhafte Familien ab – produzieren aber unter ihrem vorrevolutionären Namen weiter – mit dem Ergebnis das Partagas, Romeo y Julieta und H. Upmann in der Dominikanischen Republik und Punch und Hoyo de Monterrey in Honduras gefertigt werden –
parallel dazu aber auch in Kuba
1962 – das von John Fizzgerald Kennedy unterzeichnete Embargo der USA gegen Kuba tritt in Kraft, allerdings erst nachdem JFK, der selbst ein Liebhaber der ausgezeichneten kubanischen Zigarren war, einen Vorrat von 11500 H. Upmann Petit Corona angelegt hatte
1966 – die Qualität der kubanischen Zigarren scheint zu sinken – Kubas Antwort heißt „Cohiba“
1990 – Davidoff verlegt Produktion nach einer Auseinandersetzung mit Cubatabaco in die Dominikanische Republik
Trotz turbolenter Zeiten produziert Kuba heute weit über 100 Millionen handgerollter Zigarren pro Jahr für den Export und zusätzlich über 300 Millionen für den lokalen Markt.