Rechenmaschine

Die Technik schreitet fort,
Computer sind an jedem Ort,

so etwas hat jeder, heut zu Tage,
ist doch keine Frage.

Alle seine Freunde haben eins,
nur er hat kein’s.

Der kleine Mann wild bestrebt,
braucht unbedingt so ein Gerät,

er will hacken,
Paßwort cracken,

Daten klauen,
bei sich zu Haus verstauen.

Gewiß, denn draußen stürmts und schneits,
wo er sich seinerseits,

kann mit Freud‘ sich selbst verwöhnen,
braucht nicht der kalten Zeiten fröhnen.

Geschwind er lauft,
im Geschäft sich alles kauft,

wovon er träumt,
damit er nichts versäumt.

Harddisk, CD-Rom und Zip,
für mehr Speicher einen Chip,

den Prozessor und den Monitor,
man legt ihm Tastatur und Modem vor,

zeigt ihm Laufwerk und Gehäuse,
Kabel, Stecker Mäuse,

Netzwerkkarte für das LAN,
Funkantenne für das WAN,

noch immer gibt er keine Ruh‘,
mehr Mhz braucht seine CPU,

er braucht ’nen Drucker welche Qual,
Laser oder Tintenstrahl,
na ganz egal.

Für das Backup Bänder,
Bildschirmschoner gegen Flimmerränder,

er braucht einen Scanner,
außerdem noch einen Brenner,

denn Software die ist teuer,
und Programme werden ständig neuer.

Dahinter birgt sich die Idee,
„Raubkopie“ den kaufen ist passé.

Viel zu viel auf einen Haufen
doch er muß es einfach kaufen,

denn im Freundeskreis man gut gebettet,
wenn man surft und chattet,

und steht nicht da als Depp,
weil er nicht im Web.

Nun gut, ausgesucht ist jedes Stück,
er packt es ein,
strahlt vor Glück,
und schleppt es heim.

Ohne Pause voll Euphorie,
wirft er sich auf die Knie.

Die ärmel auf gekrempelt,
sich selbst zum Freak gestempelt.

Er bastelt sich um Kopf und Kragen,
das schon die Nachbarn fragen:

Wer werkt so spät bei Nacht und Schnee?
Ah, es ist der kleine Mann mit dem PC.

Er einbaut voll Routine,
den Kontroller, die Platine,

angeschlossen an die COM,
wird Floppy Disk und CD-Rom,

die Grafikkarte eingeschraubt,
schon ist er fertig aufgebaut.

Schnell der Bildschirm aufgestellt,
das Keyboard sich zur Maus gesellt,

und der Drucker zum PC,
wird verbunden über LPT.

Endlich, fest verschraubt auf der Erden,
steht die Form aus PVC gegossen,
heute muß der Rechner werden,
frische Gesellen s’ist beschlossen.

Aufgedreht wird jetzt der Mini Tower,
mit dem Knopf wo drauf steht Power.

Schwarzer Bildschirm, kein Problem,
er braucht ein Betriebssystem,

es wird Windows installiert,
weil’s im Kaufpreis inkludiert.

Windows Windows manche Strecke,
das zum Zwecke,
Daten fließen,
und zur reichen vollen Falle,
zum Programme sich ergießen.

So hat es sich begeben
das Bits und Bytes nach seinem Willen leben.

Mann oh Mann,
was so ein Windows alles kann,

kann die Sprach‘ erkennen,
Rechtschreibfehler nennen,

rechnen, lesen, schreiben,
Filme spielen, Bilder zeigen,

man kann markieren, sortieren, gruppieren
kopieren, numerieren, schattieren,

Anwendungen installieren,
Benutzer konfigurieren,

Bildformat konvertieren,
Patch Dateien programmieren,

da gibt’s Programme, Files und Applikationen,
den Explorer, bunte Bilder und Ikonen

plag & play, drag & drop,
Halt – Aus – Ende – Stop!

„Wort und Werke merkt ich und den Brauch,
und mit Rechenleistung tu ich Wunder auch,

aber langsam geh‘ ich’s an,
wär‘ doch gelacht,
wenn ich das nicht kann,
hab‘ noch alles auf die Reih‘ gebracht“.

Bedächtig er durchsucht und stöbert
obgleich er auch noch zögert,

sein Verzeichnis, sein System,
es ist ja so bequem,

mit einem Klick,
verschafft er sich den Überblick,

der Explorer ist sein Ziel,
da steht alles was er wissen will.
„Ist ja wie ein Kinderspiel“,
denkt er sich still.

Eine paar Daten schnell verschoben,
mit Ctrl+Z ist jeh behoben,

damit keiner sie erkennt,
er sie umbenennt,

oder weggeschmissen,
er wird sie nicht vermissen,

und wenn doch, dann wird’s wieder hergestellt,
sich automatisch in die Reih gesellt.

Kopiert heraus und wieder rein,
Und siehe da – eine Fehlermeldung stellt sich ein.

Heiß und kalt läuft’s über’n Rücken
wo muß er jetzt drücken?

Hat er einmal zuviel geklickt?
Worin hat er sich verstrickt?

Muß den Fehler reparieren,
will die Daten nicht verlieren.

Für die Hilfe drück‘ F1
doch was da steht, das ist nicht seins,

wer soll das kapieren,
dazu muß man ja studieren,

aber langsam ohne fluchen,
er will’s nochmal versuchen.

Tief im System, das so verzwickt,
hat er sich hoffnungslos verstrickt,

easy – das schafft er mit Bravour,
attackiert die Tastatur,

Ctrl, Shift und Sonderzeichen,
die Fehlermeldung hat zu weichen,

Alt, Tab, Enter und Retourn,
will den Error weder seh’n noch hören,

Sys, com, del, config und in diesem Sinne,
schreibt, klopft, hämmert und hält inne!

Blue Screen!
Jetzt ist er hin!

Schweiß auf der Stirn,
Panik im Gesicht,

zermartert sich’s Gehirn,
schlußendlich er zerbricht.

Noch lang wär‘ sein Hungern nicht gestillt.
Wurde jeh er virtuell gekillt.

Bill Gates wird abgestempelt,
heißt ihn Hund, Falot und Ferkel,
flugs die Ärmel aufgekrämpelt,
und haut’s am Mist – das Werkl.