Bitterer Lohn

Eine Firma wird verwaltet und erhalten,
von Menschen, jungen und auch alten,

doch jede einzelne Person,
was zählt die für die Firma schon?

So wollen wir ’nen Mann besehen,
und was mit ihm geschehen;

täglich er zur Arbeit geht,
sein Handwerk wohl versteht,

war immer pünktlich, kam nie zu spät,
hat jeden morgen Freundlichkeit gesät,

in langer Jahre Arbeit war er niemals krank,
nur selten er ein Gläschen trank,

eifrig ist er da gesessen,
hat nicht geraucht und nicht gegessen,

er hatte nicht das „Sagen“,
doch die Verantwortung getragen,

von hoher Stelle das Vertrau’n genossen,
hat der Vorstand nun beschlossen,

er muß geh’n,
er wird es schon versteh’n.

Gesenkten Hauptes tief gebückt,
ein letztes mal den Stuhl zum Tisch er rückt,

sagt kein Wort und keinen Ton,
ist gramgebeugt wen kümmert’s schon,

steht sich nicht ein, daß er verzagt,
hat einen Advokat befragt,

niemand läßt sich gern verjagen.
Ist er zu teuer, soll er klagen?

Muß die Folgen er alleine tragen?
Stellt sich Fragen über Fragen.

Die Firma hat ihn hintergangen,
will er sie belangen?

Was ist zu erwarten,
die Firma hat die bess’ren Karten,

betteln um einen neuen Posten,
erneut die Schmach verkosten?

Man wird ihm nicht verzeih’n,
läßt abermals ihm Schande angedeih’n,

wie wird enden die Geschicht‘,
wird er verlieren sein Gesicht?

Eigentlich ist’s klar,
weil er vom Chef kein Freunderl war,

weil er nicht gekrochen,
haben sie mit ihm gebrochen,

weil er nicht mitgeschwommen,
hat Abschied man genommen.