Freiheit

Sie ist wie ein neu geboren Kind,
ungebunden, wie der Wind,

der weht durch’s Haar und ins Gesicht,
ohne Zwang, einfach, schlicht,

für sich allein und souverän,
den eig’nen Weg zu geh’n,

für sich selbst den Mann zu steh’n,
sich nicht nach fremden Fahnen dreh’n,

selbst im kleinsten Kreise,
anzutreten seine Lebensreise,

in der Obhut derer die du gerne hast,
autonom und ohne Last,

so will ich sie sehen,
so will ich sie verstehen,

doch die Gesellschaft, unsichtbarer Mächte,
gibt Pflichten dir und Rechte,

setzen dich in einen Rahmen,
gibt Nummer dir und einen Namen,

jeder Deiner mühsam‘ Schritte,
wird verfolgt durch aufmerksame Dritte.

Nicht nur der Vogel der am Himmel schwebt,
sogar der Frosch, der im Teiche lebt,

in dem er allen Mitbewohnern gleich,
frei ist, im eig’nen kleinen Reich.