Wein von O-Z

O

Obi:

Apfelsaft.

Obstwein:

Durch Vergären von Früchten außer Trauben produzierter Wein (etwa Apfelwein).

Ochs auf Lerchenau:

Gemeinschaftsmarke in Mörbisch (Blaufränkisch).

Öchsle / Oechsle:

s.a. KMW. In Deutschland übliches Verfahren, um die Dichte des Mostes anzugeben. Grundlage für die Traubenqualität, wie auch in Österreich. 1 Grad KMW=4,86 Öchsle.

Odor:

Geruch des Weines.

Oenologe:

Kellermeister, Weinfachmann mit wissenschaftlicher Ausbildung.

Oenologie:

Weinbaukunde (von grie. Oinos, Wein).

Oenothek:

Vinothek.

Oidium:

Echter Mehltau; Pilzkrankheit des Weinstocks.

Omegaschnitt:

Schnittform bei der Veredelung von Rebstöcken.

Opernballwein:

Wird aus dem Bereich Mörbisch (Burgenland) für den Wiener Opernball produziert (Welschriesling und Blaufränkisch).

Organoleptische Prüfung:

Beurteilung der Wirkung von Aussehen, Geruch und Geschmack eines Weins auf die Sinnesorgane.

Österreichische Traditionsweingüter:

Markengemeinschaft (Kremstal und Kamptal).

ÖWM:

(Österreichische Weinmarketingservice-Gesellschaft; Wien)

Oxidativer Wein:

s. Gärung, s. maderisiert

Oxidativer Ausbau:

s. Barrique

P

Pannobile:

Markengemeinschaft aus Gols (Neusiedlersee); auch für warmes Klima im Osten = pannonische Tiefebene.

Panschen:

Österreichische Bezeichnung für unerlaubte Zugaben in den Wein.

Parfüm:

An dieser Stelle für ein wohlriechendes Bouquet des Weines.

Passé:

Aus und vorbei; der Wein ist drüber; zu lange gelagert.

Pegelwein:

Sinnvoller Beginn einer Blind-Verkostung, damit sich die Verkoster in der Bewertung orientieren können. Wird leider selten eingehalten.

Perlwein:

Frizzante.

Peronospera:

Falscher Mehltau; Pilzkrankheit des Rebstocks.

Pestizide:

Pflanzenschutzmittel.

Petroleum:

Angeblich eine Geruchskomponente bei älteren Rieslingen (Wachau).

Pfefferl:

Pfeffergeschmack im Abgang; kommt vor allem bei der Sorte Grüner Veltliner vor. Weiters bei Cabernet Sauvignon und unreifem Syrah.

Pferdeschweißton:

Wahrscheinlich durch zu trockene Lagerung des Weines in Holzbehältnissen. Erinnert an Pferdeschweiß und ist nur für Reiter erkennbar.

Phenole:

Große, wichtige Gruppe reaktionsfreudiger chemischer Verbindungen, deren Grundbaustein Phenol ist. In blauen Trauben höher als in den weißen. Den größten Anteil besitzen ausgereifte Trauben. Ist auch für die Lagerung wichtig. In der Jugend schmecken Phenole oft hart und bitter, mit der Flaschenreife sterben sie ab und fallen als Depot aus. In trockenen Weißweinen eher unerwünscht; besonders in trockenen Jahren hoher Anteil an bitteren Geschmacksstoffen.

PH-Wert:

Wert für die Konzentration der Säuren.

Phyloxera:

Reblaus, die den Saft der Rebwurzel aussaugt, dadurch stirbt die Rebpflanze. Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts waren fast alle Weingärten Europas davon betroffen. In Südamerika nicht, dagegen in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts war Kalifornien davon betroffen.

Physiologische Reife:

Wenn die Traube im Herbst dem Winzer schmeckt, dann wird gelesen. D.h. alle Inhaltsstoffe müssen harmonisch zueinander passen: Frucht, Süße, Säure. Obligatorisch wird noch mit dem Refraktormeter der Süßegrad der Beeren gemessen und danach der Lesezeitpunkt vorgenommen.

Pikante Säure:

Wenn ein Wein geprägt von der (reifen) Weinsäure geprägt ist, spricht man von Pikanz.

Pinot:

Hauptname mehrerer französischer Rebsorten, die auf die Pinot-Traube zurückzuführen ist (franz. pin = Kiefernzapfen).

Pinot blanc:

Weißburgunder.

Pinot noir:

Blauburgunder.

Pirat:

Kein Freibeuter der Meere, sondern eine Bezeichnung für einen bei einer Blind- Verkostung zusätzlich gereichten Wein, der als solcher nicht vorgesehen war.

Plump:

Schwerer Wein ohne Finesse (Säure fehlt); einfach.

Plutzer:

Bauchiges Wein-Tongefäß; wird für den Uhudler (Südburgenland) verwendet und vermarktet.

Pneumatische Presse:

Hat die Baumpresse abgelöst und ermöglich ein sanftes Pressen des Trauben-Materials, um die Traubenkerne nicht zu verletzten.

Prädikate:

Einerseits ein durch das Mostgewicht bestimmte Unterscheidungsmerkmal (Deutschland, Österreich), andererseits Auszeichnungen für Weine bei Prämierungen.

Prädikatswein:

Spätlese, Auslese, Strohwein, Eiswein, Beerenauslese, Ausbruch und Trockenbeerenauslese.

Premium:

Bezeichnung für Wein der höheren Qualitäts- und Preisstufen.

Pressen:

s.u. Keltern.

Primärfrucht:

Jede Sorte besitzt eine mehr oder weniger ausgeprägte Primärfrucht, die mit Lagerung in der Regel von sekundären und tertiären Aromen abgelöst wird. Gutes Beispiel: Traminer – Jugend: frische Rosen; dann verwelkte Rosen und später getrocknete Rosen.

Primäres, sekundäres und tertiäres Stadium:

s.u. Primärfrucht.

Primeur:

Bezeichnung für bestimmte, sehr jung auf den Markt kommende Weine (z.B. Beaujolais Nouveau, Junge Österreicher).

Primus Carnuntum:

Markengemeinschaft aus Carnuntum; Jungwein.

Propfrebe:

s.u. Veredlung

Q

Geschützte Wort-Bild-Marke für österreichischen Qualitätswein; außer 2-l-Flaschen.

Qualitätswein:

Weinkategorie nach dem österreichischen Weingesetz mind. 15 Grad KMW, Mengenertragsbeschränkung, staatliche Prüfnummer

R

Rahnig:

Oxydationserscheinung.

Ráthy:

Neue rote Rebsorte; Züchtung zwischen Blauburger x (Seyve Villard x Blaufränkisch). Emmerich Ráthy (1845-1900) war zweiter Direktor der Klosterneuburger Weinbauschule. Die Sorte ist ab 2000 zugelassen.

Rasse:

Ausdruck für besondere Weine mit Schliff und Eigenart.

Rauch:

Verschiedene Weine weisen einen rauchigen Geschmack auf, verursacht durch Bodenbeschaffenheit und Vinifikation (Barrique).

Rauh:

Ein Wein wirkt rauh, wenn die zumeist jugendlichen Tannine vordergründig schmeckbar sind.

Rebe:

Rebstock, Weinstock, Weinrebe.

Rebeln (Abbeeren):

das Entfernen der Traubenstiele vor der Vergärung.

Rebenalter:

Schwankt je nach Philosophie des Winzers; allgemein lässt sich sagen: desto älter der Rebstock, desto wertvoller die Qualität. In England befindet sich der älteste noch im Ertrag stehende Weinstock, der 1769! gepflanzt wurde (Hampton Court Palace bei London).

Rebenblüte:

Gescheine; Stadium der Traubenentwicklung.

Rebenselektion:

s. Klon

Reblaus:

Wurzelsaugender Schädling (Phylloxera), der nicht reblausfeste Unterlagen befällt und dadurch den Weinstock vernichtet.

Rebschnitt:

Zumeist wird der Hauptschnitt in den Wintermonaten vorgenommen, um das alte Holz zu entfernen. Andererseits ein wichtiger Schritt, um die spätere Lesemenge zu bestimmten. Im Laufe des Jahres werden für die Qualitäts-Produktion immer wieder Korrekturen beim Rebschnitt vorgenommen.

Rebsorten:

s. Ampelographie.

Reduktiv:

Weinbereitung unter Sauerstoffabschluss (z.B. Stahltanks).

Reduktiver Ausbau:

s.u. Reduktiv; Gegensatz zum oxidativen Ausbau, also unter Sauerstoffzufuhr. S.a. Barrique.

Refraktometer:

s.u. KMW; misst den Zuckergehalt in der Beere.

Reife:

Relativer Begriff der idealen chemischen und physikalischen Eigenschaft der Frucht; Mostgewicht, Zuckerkonzentration.

Reifenbeißer:

spöttische Bezeichnung für Weine mit sehr hohem Säuregehalt.

Reiner Satz:

In einem Weingarten befindet sich ausschließlich nur eine Sorte.

Reinzuchthefe:

s. Zuchthefe

Relative Dichte:

s.a. KMW; der Quotient aus Masse und Volumen eines Stoffs, ausgedrückt in g/cm3 oder g/ml. Ein im Weinbau häufig verwendetes Maß für die Dichte ist KMW oder in Deutschland Öchsle.

Reparaturwein:

Nach einer Verkostung mehrerer Weine (vor allem schwere) wird ein leichter Wein gereicht, um den Gaumen zu entspannen, um entweder zu verkosten oder weiter zu trinken.

Resch:

Geschmacksausdruck für säurebetonte, trockene, frische und rassige Weine.

Reserva:

Spanisches Pendant zur italienischen Riserva und unterliegt bestimmten Vorschriften der Dauer der Lagerung.

Restzucker:

Wenn der Wein nicht gänzlich durchgegoren ist, verbleibt ein Restzucker.

Restzuckergehalt:

s.u. Restzucker; muss in Österreich auf dem Etikett angegeben sein. Trocken: bis 8 g/l – halbtrocken.

Ried(e):

kleinste geographische Einheit einer Weinbergslage.

Riesling / Rheinriesling:

Synonyme: Rheinriesling, Weißer Riesling. Vornehmer Duft (Pfirsich, Marille), feine Nuancen, Rasse. In guten Weinjahren gehört der noble Riesling aus Österreichs Spitzenlagen, die sich vor allem in der Wachau sowie im Kamptal, Kremstal, Donauland und Weinviertel befinden, unbestritten zu den weltbesten Repräsentanten dieser Rebsorte. Sein charmantes Bukett weist meistens Anklänge an Pfirsiche, Aprikosen oder Zitrusfrüchte auf. Am Gaumen wirkt der Riesling wegen seiner pikanten Säurestruktur sehr rassig und anhaltend. Er entwickelt sich kontinuierlich und ist daher gut lagerfähig; dies gilt im Besonderen für die raren Spät- und Auslesen (oder die Wachauer Smaragdweine).

Rigolen:

Lockerung des Bodens eines Weingartens.

Rohfäule:

s.u. Sauerfäule.

Rose:

s.u. Traminer

Rosé:

Hellroter Wein von Rotweintrauben, bereitet durch rasches Abpressen, so dass nur geringer Farbstoff aus der Beerenschale in den Wein gelangt.

Rosso:

(Ital.:) Rot.

Roter Traminer:

Gehört zur Familie des Traminers. Der Zusatz „Gewürz“ dürfte im Sinne von starkem Duft, ähnlich dem französischen „musque“, zu interpretieren sein, „rot“ mit der rötlichen Farbe der reifen Beeren. Die verschiedenen Traminer-Spielarten stehen oft gemischt in einem Weingarten (vor allem bei älteren Anlagen) und lassen sich im Herbst durch unterschiedliche Färbung der Beerenschale unterscheiden. Gewürztraminer weist eine hellere Farbe auf, der Rote dagegen eine dunkle rötlich-bronzene. Die Sorte ist äußerst mutationsfreudig.

Rotobehälter:

Modernes Gerät zur Rotweingewinnung.

Rotwein:

Blaue (schwarze) Trauben; die Farbstoffe befinden sich in der Beerenschale, der Saft ist weiß. Während der Gärung löst der Alkohol die Farbstoffe aus den Schalen.

Rotweinwiege:

Eine Vorrichtung, in der ein Flasche in horizontaler Lage gehalten wird, damit sie ohne Aufrühren des Bodensatzes geöffnet und entleert werden kann. Der Rotweinkorb erfüllt einen ähnlichen Zweck.

Rubin Carnuntum:

Markengemeinschaft; Rotwein aus Carnuntum.

Ruländer:

s.u. Grauburgunder, Pinot gris.

Rund:

Harmonischer Wein ohne Ecken und Kanten.

Rütteln:

Wichtigster Arbeitsvorgang bei der Schaumweinherstellung nach dem traditionellen Champagnerverfahren. Dadurch wird der Bodensatz im Flaschenhals konzentriert.

S

Salon:

Über 200 Weine (eingeteilt in 12 Kategorien) werden für den österreichischen Salon jährlich aus mehr als 4000 Weinen über Landesprämierungen bzw. durch Redaktionen bestimmter Fachmagazine sowie durch Fachjournalisten und Sommeliers ermittelt. Ein Büchlein informiert über diese Weine und deren Winzer.

Samenbruch:

Wir ein Traubenkern zum Keimen gebracht, dann entwickelt sich aus dem darin enthaltenen Embryo eine verzweigte Pfahlwurzel und ein Jungschoß. Es kann aber auch zum Bruch kommen und der Embryo kann sich nicht entwickeln.

Sämling:

Aus Samen gezogene neue Rebsorten.

Samtig:

Weicher Geschmack; vor allem beim Rotwein.

Sauber:

Reintönig.

Sauer:

Resch; Wein mit zu hohem Säuregehalt; nicht herb.

Sauerfäule:

Rohfäule; Verderb reifer Trauben.

Säureabbau:

s.u. Gärung, Malolatik

Säuregehalt:

Chemische Verbindungen, die für den sauren Geschmack im Wein verantwortlich sind. Die beiden wichtigsten Säuren im Wein sind Weinsäure und die Apfelsäure. Weiters in kleinen Mengen die Zitrussäure und Bernsteinsäure sowie die Kohlensäure und die Milchsäure. Die Säuren sind im Wein wichtig für den erfrischenden Geschmack und Typizität der jeweiligen Rebsorte. Gleichzeitig wehren sie auch schädliche Bakterien ab.

Saurer Winzer:

Geselchtes in einer Marinade aus Essig und Kernöl; Steiermark.

Sauser:

Anderer Ausdruck für Sturm; wahrscheinlich so benannt nach der möglichen Wirkung auf die Verdauung.

Sauvignon blanc:

Schotige Würze, lebhaft, pikant, Stachelbeeren. Die jüngste Auspflanzungswelle lässt vergessen, dass diese Rebsorte schon vor rund 120 Jahren in der Südsteiermark unter Erzherzog Johann eingeführt worden ist. Ihre paprizierte Würze wird bei höherer Reife von Aromen nach Holunderblüten, Cassis und Spargel abgelöst. Stets frisch und anregend bei eher rassiger Säurestruktur ist der Sauvignon zumeist ein eleganter, fruchtiger Wein von unverwechselbarem Charakter, der auch Potenzial für die mittelfristige Lagerung besitzt. Auch ein behutsamer (teilweiser) Ausbau im neuen Holz hat sehr gute Resultate erbracht.

Schal:

Abgestanden, fad. Ausdrucksloser Wein.

Schank:

Verkaufspult und Raum, in dem Wein ausgeschenkt wird.

Schankwein:

Zumeist ein einfacher, unkomplizierter Wein, der offen im Gasthaus ausgeschenkt wird.

Schampus:

Frühere Bezeichnung für Schaumwein (Champagner, Sekt).

Scharf:

Weingeschmack mit vorstechender Kohlensäure; auch spitz.

Schaumwein:

Drei verschiedene Verfahren zur Herstellung werden unterschieden:

  • Flaschengärung: klassische Methode (Champagnerverfahren)
  • Tankgärung: Charmat-Verfahren
  • Versetzen mit Kohlensäure

Schenkel:

Hauptverzweigungen des Rebstammes; tragen das ein- und zweijährige Holz.

Scheurebe / Sämling 88:

ist wie fast alle Neuzüchtungen durch Massenertrag in Verruf geraten. Im unteren Kabinettbereich (Steiermark) und besonders in hohen Prädikatsstufen (Seewinkel) können angenehm fruchtige Weine produziert werden. Sämling = aus Samen gezogene neue Rebsorten; 88: der 88te Versuch von Dr. Georg Scheu aus Rheinhessen (Anfang des 20. Jahrhunderts).

Schilcher:

roséfarbiger Wein aus der Sorte Blauer Wildbacher; Weststeiermark, manchmal auch Südsteiermark.

Schilfwein:

Auch Strohwein; mindestens 25 Grad KMW, gewonnen aus Trauben, die mindestens drei Monate auf Stroh oder Schilf gelagert oder luftgetrocknet wurden.

Schimmelton:

Negativer Geschmack. Ursachen: Schimmelpilze von Traubenschalen, unsaubere Fässer und Schläuche.

Schlegelflasche:

Flaschenform.

Schleier:

Weintrübung; muss kein Wein/Geschmacksfehler sein.

Schlieren:

Auch Kirchenfenster genannt; bildet sich an der Innenseite des Glases, verursacht durch Glyzerin (Fett), einem dreiwertigen Alkohol. Kann auf Dichte und Komplexität des Weines schließen.

Schmeckerter:

Weine von stark aromabetonten Rebsorten (Muskateller, Muskat-Ottonel).

Schmelz:

Extraktsüße, die einen samtigen Eindruck hinterlässt.

Schnitt:

s.u. Rebschnitt.

Schönung:

Methode zum Klären des Weins etwa durch Eiweiß. s.u. Bentonit

Schwanz:

s.u. Abgang

Schwarze Johannisbeere (Cassis):

Typische Duft- und Geschmacksnote von Cabernet Sauvignon- und gelegentlich Sauvignon-blanc-Weinen.

Schwefel:

s.u. Böckser. Schwefeldioxid inaktiviert oder tötet Bakterien ab und ist für die Weinbereitung notwendig.

Schwefeln:

Rotwein benötigt weniger Schwefel als trockene Weißweine oder Süßweine, weil sie mehr konservierendes Tannin enthalten. Qualitäts-Winzer verzichten aber auf Maische- Schwefelung, da dadurch die Frucht reduziert wird. Ganz auf Schwefel kann aber nicht verzichtet werden.

Schweif:

s.u. Abgang

Schwer:

Hoher Alkoholgehalt; kein Qualitätskriterium.

Schwips:

Beginnende Trunkenheit.

Schwund:

Verdunstung von Wein in Holzbehältnissen bzw. bei längerer Lagerung von Weinflaschen („Der Anteil der Engel“).

Seele:

Auch Rückgrat des Weines genannt oder das Herzstück; bei Korkenzieher der innere Hohlraum, durch den ein Streichholz passen sollte.

Seewinkel:

Volkstümliche Bezeichnung für das Weinbaugebiet Neusiedlersee (Burgenland).

Seihmost:

Vorlaufmost.

Sekt:

Schaumwein (s.o.)

Sekt-Dosage:

  • extra brut oder extra herb: zwischen 0 und 6 g je Liter;
  • brut oder herb: niedriger als 15 g je Liter;
  • etxra trocken oder extra dry: zwischen 12 und 20 g je Liter;
  • trocken oder dry: zwischen 17 und 35 g je Liter;
  • halbtrocken: zwischen 33 und 50 g je Liter; – süß: höher als 50 g je Liter.

Selbstträger:

s.u. Direktträger.

Sensorik:

Die Sinne betreffend (Riechen, Schmecken…).

Separator:

s.u. Zentrifuge

Separieren:

Getrennt Weine ausbauen (nach Sorten oder/und Lagen).

Sherryton:

Weinfehler.

Smaragd:

Bezeichnet die besten und wertvollsten Weine der Wachau (außer Beeren- und Trockenbeerenauslese). Der Name kommt von den grün-bläulich schimmernden Smaragdeidechsen, die in den Steinterrassen leben. Diese Spätleseweine sind durchgegoren und haben höchstens 9 Gramm Restzucker, gelten also als trocken (bis zum Jahrgang 1992 waren sie bei einem Restzuckergehalt von 4-9 Gramm laut damals geltendem Gesetz halbtrocken).

SO2:

Schwefeldioxid;

farbloses Gas, das stechend riecht und sauerschmeckt, entsteht bei der verbrennung von Schwefel.

Sommelier:

Weinkellner, der für die Wein-Beratung und Einkauf zuständig ist. Eigener Berufsstand innerhalb des Services.

Sommerfrischer:

Weinmischgetränk; Gespritzter.

Sommerwein:

In der Regel unkomplizierte Leichtweine (geringer Alkohol, frische Säure).

Sonnenbrand:

Verbrennungserscheinungen an einzelnen Beeren durch zu starke Sonneneinstrahlung. Ergibt im fertigen Wein Röst- /Toastaromen. Hilft keine Sonnencreme.

Sortenbukett:

Geruchsstoffe aus der Beere (z.B. Muskateller).

Spätlese:

s.u. Prädikate.

Spätrot(er):

Andere Bezeichnung für Zierfandler (nur in der Thermenregion).

Spätrot-Rotgipfler:

Cuvée aus Zierfandler und Rotgipfler (Thermenregion).

Spiel:

Wenn der Wein den Gaumen kitzelt, sich entfaltet.

Spitz:

Wein mit übermäßig unreifer Säure.

Spezi:

Besonderer = spezieller Wein beim Heurigen, meist reinsortig.

Spriten:

Mit Alkohol versetzter Wein; meistens dadurch die Gärung unterbrochen (z.B. Portwein, Sherry, Madeira).

Spritzen:

Das Ausbringen von Agrochemikalien zur Bekämpfung von Schädlingen, Krankheiten und Unkräutern ist im Weinbau unerlässlich.

Spritzer, G’spritzter:

Die Stärken des G’Spritzen: Neben seiner optimalen Eignung als Durschlöscher, Aperitif

oder leichter Speisebegleiter liefert der klassische G’Spritzte noch den Vorteil des geringen Alkoholgehaltes. Im Normalfall enthält er nur etwa halb soviel Alkohol wie Prosecco & Co. Unterschiedliche Mischungen sind jedem nachLust und Laune erlaubt, den Schankprofishingegen werden per Gesetz mindestens 50% Wein für den G’Spritzten vorgeschrieben.

Spritzig:

Wein mit spürbarer Kohlensäure.

Spontangärung:

Durch Naturhefe einsetzende Gärung.

Spucken:

Während einer Verkostung von mehreren Weinen sollte man den Wein ausspucken, um einerseits den Gaumen mit zuviel Alkohol nicht zu belasten, andererseits selbst noch ruhigen Gewissen mit dem Auto nach Hause fahren zu können.

Spumante:

(Ital.:) Schaumwein.

Spund:

Verschluss von Fassöffnungen.

St. Laurent:

Weichselkirsche, prägnant, abgerundetes Tannin. Sehr einprägsam ist bereits der Duft des St. Laurent, der Assoziationen an Weichselkirschen und Zwetschken weckt; am Gaumen ä hnelt er einer dunkelfruchtigen Variante des Blauburgunders, mit dem er auch ganz eng verwandt ist. Erfreulich ist die in den letzten Jahren festzustellende Renaissance dieser als „schwierig” bezeichneten Rebsorte, die sich vom nördlichen und mittleren Burgenland bis in das nördliche Niederösterreich und in die Steiermark erstreckt; die Thermenregion war ja seit jeher die Heimat dieses kraftvollen, tieffruchtigen Rotweines, der auch gute Lagerkapazitäten besitzt und Blends mit anderen Varietäten Würze und Pfiff verleihen kann.

Staubiger:

Junger, noch trüber Wein.

Steckenbleiben:

Die Hefen werden inaktiv und der Gärprozess kommt zum Erliegen; dadurch verbleibt ein Restzucker.

Stehenlassen:

Die Maische wird längere Zeit zwecks Verbesserung der Ausbeute an Inhaltstoffen (Extrakt-, Bukett-, Farb- und Tanninstoffe) stehen gelassen.

Steinfeder:

Benannt nach einer regionstypischen Grasart (stipa pennata), steht für leichte, fruchtige Wachauer Weine, immer trocken und nicht aufgebessert, mit einem Alkoholgehalt von höchstens 10,7 Vol.%.

Steinterrassen:

Künstlich angelegte Weinbergterrasse, die mit Steinmauern abgestützt ist.

Steirischer Bogenschnitt:

Die Rebe wird nach unten gebogen.

Steirische Hoheit:

Gemeinschaftsmarke für Qualitätswein aus Kitzeck (Südsteiermark).

Sterilisieren:

Pasteurisieren.

Stichig:

Essigstich.

Stiellähme:

Stoffwechselkrankheit des Rebstockes.

Stifterl:

Weinflasche mit 0,375 L Inhalt (meistens für hohe Prädikatsweine; bei trockenen Weinen manchmal auch für Flaschen mit 0,25 Liter).

Stilistik:

Jeder Winzer baut seinen Wein nach einer bestimmten Philosophie aus, das bestimmt die Stilistik des späteren Weines.

Stillweine:

Bezeichnung für Weine, die nicht Sekt oder Perlwein sind.

Stinkerl:

Einerseits „burgundischer“ bei Burgunder-Rebsorten (kein Wein-Fehler), andererseits fehlerhafte chemische Verbindungen im Wein (z.B. Milchsäure).

Stockabstand:

Pflanzdichte.

Stockkultur:

Alte, niedrige Erziehungsform.

Stoppel:

Kork; wenn ein Wein „stoppelt“, hat er Korkgeschmack.

Strahlig:

Einerseits die klare Farbe eines Weines, der glänzt, strahlt; andererseits strahlige Frucht, die klar daher kommt.

Straußwirtschaft:

s.u. Buschenschank, Heuriger

Stricherlliste:

Zettel beim Heurigen/Buschenschank, auf dem die Getränkekonsumtion vermerkt wird.

Strohwein/Schilfwein:

s.u. Schilfwein.

Sturm (Federweißer):

trüber Traubenmost während der Gärung.

Süffig:

Zumeist ein Wein mit deutlichem Restzucker, ohne vordergründige Säure, der den „Suff“ erleichtert.

Sulfate:

Salze und Ester der Schwefelsäure. Sulfur = Schwefel.

Süßwein:

Verallgemeinerung als Dessertwein.

sur lie:

auf der Hefe gelagert (franz. Hefesatz), direkt von der Hefe abgezogener Wein.

T

Tafeltraube:

i.Ggs. zu Keltertrauben; für den Verzehr kultiviert, bzw. für die Herstellung von Rosinen oder für die Destillation.

Tafelwein:

Unterste Qualitätsstufe im Weingesetz; früher der Wein für die Tafel, also was Besonderes.

Tankgärung:

Herstellung (auch Sekt).

Tannin:

Gerbstoffe, die sich in den Traubenkernen und in der Beerenschale befinden. Vor allem bei Rotweinen und Barrique-Ausbau.

Tanninstruktur:

Bei harmonischen Weinen (in der Regel Rotweine) spricht man von reifen Tanninen. Unreife Tannine schmecken am Gaumen bitter, spitz und adstringierend.

TBA:

Trockenbeerenauslese.

Terroir:

Ausdruck aus dem Französischen für Boden und Klima als ökologisches Ganzes.

Tischwein:

Kein amtlich anerkannter Begriff.

Toasting:

Flämmen der inneren Fasswandung bei Holzfässern (Barrique), das Geschmacksstoffe (Kakao, Kokosnuss, Vanille etc.) an den Wein abgibt (vor allem in den ersten zwei Jahren).

Topographie:

Die Oberflächengestalt einer Landschaft, die einen wesentlichen Einfluss auf das Klima und damit auch auf den Weinbau ausübt.

Torggel:

Baumpresse.

Traminer:

Rosenduft, mächtig, feurig. Der Traminer (in seinen häufigsten Spielarten Roter Traminer oder Gewürztraminer) erbringt einen charakteristischen Duft, der an Rosen, Kokosmark und Dörrobst erinnert. Essenziell ist eine hohe Reife, damit er seine Kraft und sein Feuer voll ausspielen kann. Als Liebhabersorte sind seine Standorte gegenwärtig über die gesamte österreichische Weinlandschaft verstreut, besonderes Renommee besitzen freilich die Traminer aus dem südoststeirischen Vulkanland (um Klöch). Etwas Restsüße ergänzt das zartbittere Geschmacksbild meist recht gut; legendär ist die Lagerfähigkeit von Prädikatsweinen aus dieser Rebsorte und auch ein Hauch von neuem Holz wird gut eingebunden.

Transvasierverfahren:

Ein Verfahren der Schaumweinherstellung, bei dem die Zweitgärung zwar in der Flasche stattfindet, diese aber dann zum Entfernen des Bodensatzes in einem Tank umgefüllt wird.

Traubenfäule:

Schimmelpilz Botrytis cinerea.

Traubensaft:

Alkoholfreies Getränk.

Traubensorten:

Rebsorten.

Trebern:

Traubenbestandteile, die nach der Kelterung, Gärung und Pressung zurückbleiben, heißen „Trebern“ oder „Trester“; immer öfter werden daraus Destillate gewonnen (Italien: Grappa; Frankreich: Marc).

Trieb:

Schoß; Jungtrieb der Rebpflanze.

Triebreife:

Holzreife.

Trocken:

Geschmackseindruck, i.Ggs. zu süß oder lieblich.

Trockenbeerenauslese:

TBA; Prädikatsstufe; edelsüße Weine (vor allem Burgenland).

Trockenzuckerung:

Zucker darf beim „Aufbessern“ nur im Traubenmost, nicht aber in Wasser (Nasszuckerung) aufgelöst werden.

Troncais:

Beliebtes Eichenholz (Barrique) aus dem französischen Departement Allier.

Tropfbewässerung:

Form der künstlichen Bewässerung (etwa Wachau).

Trub:

s.u. Geläger.

Trübung:

Die Farbe ist nicht klar. Ursachen: Nachgärung in der Flasche, unzureichende Schönung bzw. Filtration.

Tschechern:

Viel und schnell trinken. Kampfsport.

U

Uhudler:

Wein aus Direktträgersorten; Spezialität aus dem Südburgenland.

Umziehen:

Der klare Wein wird vom Geläger getrennt.

Unterlagsreben:

Amerikanerreben.

Urban, Heiliger:

Patron des Weinbaues und der Fassbinder; Urbanitag: 25. Mai.

Urgestein:

Ungenauer Terminus für eine Bodenart.

V

Vakuumverdampfung:

Eine Methode, um verwässerterten Most Wasser zu entziehen. In der EU erlaubt.

Vegetal:

Unreife Geschmacksnoten (Blätter, Stiele).

Veredeln:

Aufpfropfen einer reblausanfälligen europäischen Edelrebe (z.B. Riesling) auf die reblauswiderstandsfähige amerikanische Unterlagsrebe.

Verschnitt:

Fast alle Weine werden verschnitten; sei es aus mehreren Traubensorten, Jahrgängen oder dem Inhalt verschiedener Fässer.

Verrieseln:

Mangelhafte Befruchtung der Traubenblüten; reduziert die spätere Menge, beeinträchtigt aber nicht die Qualität.

Vienna Classic:

Markengemeinschaft von Wiener Winzern.

Viertel:

0,25 Liter; übliche Maßeinheit beim Heurigen.

Vinea Wachau:

Qualitätsgemeinschaft Wachau.

Vinieren:

Ausspülen des Glases mit Wein; weinfreundlich machen.

Vinifikation:

Weinbereitung.

Vinothek:

Weinhandlung.

Viskosität:

Grad der Zähflüssigkeit; Kirchenfenster.

Vöslauer:

Blauer Portugieser; Bad Vöslau (Thermenregion).

W

Wagramer Selektion:

Collegium Vinum Wachrain: Markengemeinschaft Wagram (Donauland).

Weich:

Mild; geringe Säure.

Weinbeißer:

Eine Art Lebkuchen mit Zuckerglasur; auch Weinfreund.

Weinbrand:

Aus Wein hergestelltes Destillat.

Weingrünmachen:

Aus neuen Fässern werden die Gerb- und Farbstoffe des Holzes entfernt; nicht bei Barriques!

Weinheber:

Gerät, um Wein aus dem Faß zu entnehmen.

Weinsäure:

Neben der Apfelsäure wichtigste Säure im Wein.

Weinstein:

Depot; keine Beeinträchtigung der Qualität.

Weißburgunder (Pinot blanc):

Feines Duftspiel, nussig, kraftvoll, rassig. Wenn seine Trauben die Vollreife erlangen, wächst der Weißburgunder in Österreich zu einem substanzreichen Weißwein mit nuss- oder mandelartigem Geschmack und ausgewogener Säure heran. Die international als Pinot Blanc bekannte Rebsorte entwickelt sich – zumindest mittelfristig – auch gut in der Flasche. Aufgrund seiner dezenten Art eignet sich der Pinot Blanc auch bestens für Cuvées mit anderen Sorten und für eine vorsichtige Lagerung im neuen Holz. Bekannte Herkünfte sind beispielsweise die Süd- und Südoststeiermark, aber auch das Weinviertel, Wien und nördliche Burgenland.

Welschriesling:

Kräuterwürzig, erfrischend, vibrierende Säure. Der in Österreichs Rieden seit langem heimische Welschriesling ist mit dem Riesling (Rheinriesling) nicht verwandt. Er wird heute hauptsächlich in der südlichen und südöstlichen Steiermark, im nördlichen und südlichen Teil des Burgenlandes sowie im Weinviertel, wo er unter anderem hervorragende Sektgrundweine liefert, angebaut. Der Welschriesling bringt in erster Linie frisch-fruchtige, in ihrer Jugend zu genießende Weine; rund um den Neusiedlersee kann er aber auch ausgezeichnete Prädikatsweine hervorbringen, die sich durch Feinheit und Rasse hervortun.

Wermut:

Vermouth in Frankreich und Italien. Wird aus Wein, Alkohol, Zucker und Kräuterextrakte hergestellt.

Wiener Weinsiegel:

Emblem mit Bildmarke (Stephansdom und Stadtwappen) und einer Kontrollnummer, die für Bouteillenweine vergeben wird, deren Grundweine ausschließlich aus Wiener Rieden stammten.

Wildbacher:

Blaue Rebsorte (Blauer Wildbacher); Schilcher (Weststeiermark).

Wildreben:

Wildform der europäischen Reben; ergibt keinen trinkbaren Wein.

Wipfeln:

Abstutzen der überhängenden Triebe am Rebstock.

Würzig:

Weine mit würzigem Aroma (z.B. schwarzer Pfeffer).

Würzwein:

Ein weinähnliches Getränk dem bestimmte Gewürze zugesetzt wurden.

Z

Zapfen:

Rebstocktrieb.

Zeile:

Rebreihe.

Zentrifuge:

Gerät zur schnellen Klärung von Traubenmost und Wein.

Zibeben:

Rosinen.

Zimmertemperatur:

Richtige Trinktemperatur; leicht irreführender Begriff, da heutige Raumtemperaturen höher sind als früher.

Zisterne:

Weintank.

Zitronensäure:

Wichtige Säure in geringen Mengen im Wein.

Zuchthefen:

Je nach gewünschter Gärung werden verschiedene Reinzuchthefen angeboten und verwendet.

Zucker:

Restzucker, wird auf Etiketten in Gramm/Liter angegeben.

Zuckerhütl:

geschmacklich wahrnehmbarer Zuckerrest im Wein.

Zweigelt:

Kirschfrucht, charmant, samtig. Die Sortenbezeichnung geht auf den österreichischen Züchter Professor Zweigelt zurück, dem diese Kreuzung von Blaufränkisch und St. Laurent gelang. Als Jungwein besitzt der Zweigelt ein ausgeprägt fruchtiges Bukett, das mit der Reife runder und feiner wird. Die Qualitäten reichen dabei vom jung zu trinkenden, leichten Tafelwein bis zu kraftvollen Lagerweinen. Die solide Zweigeltrebe erreicht in allen heimischen Rotweingegenden gute Resultate und eignet sich aufgrund ihrer unaufdringlichen Art auch besonders als „ Basispartner“ für Rotweincuvées, etwa mit Blaufränkisch bzw. Cabernet Sauvignon. Neben dem Burgenland ist der Blaue Zweigelt auch in Niederösterreich und in der Steiermark verbreitet.

Blauer Zweigelt, Rotweinsorte, Kreuzung aus St. Laurent x Blaufränkisch; Prof. Fritz Zweigelt, Direktor an der Klosterneuburger Weinbauschule (1938-1945).

Zweitgärung:

Gezielte zweite Gärung in der Flasche oder im Tank bei der Herstellung von Schaumweinen.

Wein von O-Z
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