Punktgenau

Im Prinzip ist es nicht wirklich schwer, zuerst gehen sie diesen Weg entlang. Dann ist es an und für sich ganz einfach. Also, grundsätzlich müssen Sie zuerst vor bis zum Dings. Ja, dann an der, na Sie wissen schon, vorbei, dort sehen sie schon solche Sachen und so, dann noch ungefähr, mehr oder weniger ein Stück den Weg entlang, sag’ ich einmal, dann in etwa schräg in eine Gasse bis Sie zu einer Ecke kommen, die, das kann man nicht so genau sagen, dort auf jeden Fall gerade aus weiter, dort ist dann schon der eine eh’ bekannte und auch der andere, den kennen Sie sicher, dort biegen sie dann ab irgendwie, oder was, dort sind dann ein ganzer Haufen Leute und Häuser und so hin und her und dann hinüber auf die andere Seite und wenn Sie sich dann noch umdrehen sind Sie schon da. Alles klar?

Zivilisation

Eine Agglomeration an Menschen in einem Gebiet wo jeder ein Stück sein Eigen nennt und jeder von ihnen auf seine Weise wirkt. Sie stellen her, handeln, verwalten oder regieren. Alle nutznießen nicht nur von den eigenen, sondern auch gegenseitig von den Tätigkeiten der Anderen.

So rotten sich immer mehr kluge, gute, fleißige, dumme, böse und faule auf engsten Raum zusammen. Nach der Auffassung des Einzelnen ist manche Handlung im Sinne der Allgemeinheit, und andere nicht.

Um das Leben und Schaffen, um das Ringen um die Existenz in solchen Zentren für alle gleich zu gestalten werden von der Gruppe selbst Gesetzte erlassen die für alle gleichermaßen Gültigkeit haben und sie treiben Wirtschaft miteinander, füreinander und gegeneinander und alle profitieren.

Der Überlebenskampf mündet in Wohlstand. Die Werte des Seins wandeln sich von täglicher Nahrungsbeschaffung hin zu den Moral und Ehrbegriffen die der Mensch für sich selbst geschaffen hat.

Begriffe die in den Augen der meisten nur für die Anderen gelten. Für einen selbst ist nur wichtig wie reich, wie gut und wie schön er nicht ist. Ergo besser als die Andern. Es ist unumgänglich sich einigen Anforderungen der Gemeinschaft zu unterwerfen um von dieser akzeptiert zu werden und in ihr bestehen zu können.

Dazu gehören so banale Dinge wie: Bitte, Danke, die Hand beim Niesen vorzuhalten, das Grüßen. Aber muß man jemanden grüßen den man nicht ausstehen kann, nur weil er der Nachbar ist? Sauberkeit und Körperpflege? Ja? Aber muß ich Anzug und Krawatte tragen um anerkannt zu werden?

Wer nichts ist und wer nichts hat, ist minder, ein Mensch zweiter Klasse, wird ausgestoßen aus der sogenannten Sippschaft in eine andere Lebensform, in eine andere Kultur die sich innerhalb der Gehobenen gebildet hat wo sich diejenigen treffen die sich nicht mit den hohen Begriffen der Oberen identifizieren können oder wollen.

Euphorie

Im tiefsten Innersten brodelt eine Idee. Dieser Einfall köchelt vor sich hin bis er zur enthusiastischen Erleuchtung gereift ist und an den zielstrebigen direkten Weg nach draußen sucht und findet.

Ein glühender Strom an schwärmerischen Inspirationen eruptiert, schleudert seine glühenden Impulse heraus, begleitet von dichten Wolken exzessiver Eingebungen bis alles Feuer und Flamme ist. Diese Lawine rennt schneller als jegliches Lebewesen auf dieser Erde. Alles das was in ihrem Einzugsbereich ist wird erbarmungslos, ohne jegliche Möglichkeit auf Rettung, definitiv angesteckt. Geistesblitze zucken hell erleuchtet aus dem vom Sinnentaumel trunkenen Lavastrom der den prägenden Stempel berauschender Vorstellungen der Reichweite seines Dunstkreises einbrennt. So wird in Brand gesetzt was flammbar ist und die fiebernden Intuitionen und ekstatischen Vorstellungen nicht enden sich zu ergießen.

Stoppt der Strom der erregten Verzückung erkaltet der psychedelische Eifer und versteinert zur eingebildeten Fiktion, die in dem erstarrten ausgebrannten Territorium verbleiben dort aber nicht existieren kann und erlischt.

Wird die Glut nicht gespeist, das Feuer nicht mit weiteren Ideen geschürt, sondern an der ausgebrannten Erde haften geblieben ist dies der direkte Weg in die neurotische Manie?

Hirn

Es ist nicht größer als die Aufprallfläche zweier zusammenstoßender Kugeln.

Es beherbergt Milliarden an Lebewesen in sich.

Es ist eine unerschöpfliche Energiequelle die 100 Jahre keine Erholungsphase braucht.

Es kann nicht sehen, nicht hören und nicht sprechen und dennoch Kontakt zu seinesgleichen aufnehmen.

Es hat weder Hände oder Füßen noch andere Extremitäten kann aber trotzdem Berge versetzen.

Es ist in der Lage die gesamte Erde zu beherrschen, samt all den darauf lebenden Tieren und Menschen, eingeschlossen all deren Maschinen diese lenken ohne eine Fehler zu begehen, Unfall zu verursachen oder eine Katastrophe herauf zu beschwören.

Es widersteht den geballten Kräften aller Naturgewalten.

Dennoch, kann die kleinste Erschütterung fatale Folgen haben.

Dennoch, ein Milligramm Kalk kann es vollends zerstören.

Aggressiv

Mit immenser Angriffslust und Streitsucht wird im Kaufhaus an der Kassa, am Postschalter, im dichtesten Stau im Straßenverkehr und überall dort wo gewartet werden muß, abgefertigt wird, eben wo großer Andrang herrscht eroberungssüchtig darum gerungen der Erste zu sein, schneller zu sein oder einen anderen um einen Platz zu verdrängen. Jedes Mittel ist Recht. Ellenbogentechnik, provokante Selbstsicherheit, feindselige Aggressivität. Weil “Er” jetzt kommt und alle anderen minder sind, “Er” keine Zeit zu warten hat. Stur, engstirnig und uneinsichtig müssen alle wegspringen wenn “Er” kommt -sich in Luft auflösen.

Unerwarteter weise wehrt sich der Rest der Welt, ist gleich “Ihm” bissig, feindselig und rechthaberisch kampfbereit. Rabiat und unverträglich wird rechthaberisch entgegnet, verneint und herausgefordert.

Es wird empört gestikuliert, entrüstet gehupt, die Unverträglichen artikulieren sich zänkisch, auf verbalen Attacken folgen Handgreifliche. Kampflustig angreifend schlagen sich die Kontrahenten gegenseitig die Schädel ein. Ordnungshüter werden gerufen um zu schlichten. Zu diesem Zwecke wird alles abgesperrt um den Tathergang zu rekonstruieren und zu protokollieren. Ob an der Kassa, vor dem Schalter oder auf der Straße, alles ist abgeriegelt. Stillstand ist eingetreten und alle sehen durch die Finger. Keiner kommt voran – nichts geht mehr.

Die auslösenden Elemente werden verhört, müssen vor Gericht und sind von Stund’ an spinnefeind.

Keiner will Krieg – wie entstehen Kriege?

Waffe

Es gibt unendlich viele Möglichkeiten einen Menschen zu verletzten. Nahezu jeder Gegenstand der spitz, scharf oder schwer

genug ist eignet sich dazu. Egal ob Messer, Schere, Glasscherbe, Bleistift, Kerzenleuchter, Holzscheit oder auch nur die Faust.

Doch nicht genug dessen hat der Mensch eigens Werkzeuge zur Verwundung und Tötung seinesgleichen entwickelt und hat noch nicht geendet noch weitere, noch mehr, noch abscheulichere, noch wirksamere, noch qualvollere und noch hinterhältigere Gerätschaften der Vernichtung zu kreieren.

Immer mehr Mensch haben solche Objekte der Bösartigkeit zu Hause.

Noch gravierender ist, das jeder Mensch im Besitz der schrecklichsten aller Waffen ist. Kein Dolch ist so scharf, kein Schwert so spitz, weder das Projektil von Pistole oder Gewehr so explosiv wie die menschliche Zunge.

Die Menge an Pulver gibt der Patrone die Schlagkraft eben wie sich die richtigen Buchstaben zu einem sein Ziel, somit seine Wirkung, nicht verfehlendem Wort formulieren können. Eine Salve an Worten, ähnlich der eines Maschinengewehrs die einen Mensch verletzen oder sogar töten würden, trifft der zielsicher formulierte Satz mitten ins Herz und Hirn verbleibt im Erinnerungsvermögen und der Mensch muß damit leben. Wogegen der von einer Kugel getötete Mensch nichts mehr empfindet, der verletzte nach dessen Genesung wieder vollständig hergestellt ist.

Ist er in seiner Ehre gekränkt, in seinem Stolz verletzt, wurde seine Profession angezweifelt, sein Können, sein Talent, seine Berufung kritisiert, geschah dies in der Öffentlichkeit im Beisein seiner Bewunderer und Untergebenen, so wirkt es schwerwiegender als jedwede ihm körperlich angediehene Gewalt.

Wird ihm diese Schmach kontinuierlich zugefügt, führt dies zum Zweifel an sich selbst und der Frage nach dem Wahrheitsgehalt der Spitzzüngigkeiten. Die Qualen werden stärker die Stiche treffen tiefer und tiefer, der Verfall in die Depression folgt, die nervliche Belastung steigt ins unermeßlich.

Unbeherrschbare Zuckungen im Gesicht stellen sich ein, ein leichter Juckreiz am Handrücken animiert zu ständigen kratzen und schaben an den eigenen Händen. Unter den unaufhörlichen Treffern der verbalen Projektile beugt sich der Getroffene dem psychischem Verfalle und bricht.

Die Effektivität der Waffe “menschliche Zunge” ist unendlich, der Nutzen zur Antipode aber ebenso wertvoll und nützlich wie sie schädlich sein kann.

Jeder noch so kranke, vom Unglück geschlagenen kann wieder aufgerichtet und mit beiden Beinen ins Leben gestellt werden.

So gehe kurz in Dich bevor Du jemanden kritisierst, piesackst oder ihm täglich das Gleiche an den Kopf wirfst!

Luftschloss

Ob hoch schwebend und mutterseelen allein eingebettet im strahlenden Blau das Himmelsgrundes, oder schwer und tief hängender flächendeckender Plafond der scheinbar drohend alles zu zerdrücken vermag.

Zuweilen klein, niedlich, verspielt und verschwommen, dann klar, eindeutig, unüberschaubar mächtig und imposant. Grenzenlos erweiter- aber auch teilbar zu vielen kleinen Einzelteilen. Kleine Stücke die in Summe wieder ein riesiges Ganzes ergeben.

Wie die Form einer Wolke ist es wandelbar in Form, Farbe und Größe. Sie ändern ihr aussehen in das von Pflanzen, Tieren, Umrissen von Ländern, Häusern, bilden manches mal die Form von einem Wolkenkratzer oder einem Schloß; einem Phantasiereich nach dem man gerne greifen möchte.

In den Farben von unschuldig strahlenden reinsten Weiß, von allem Grauschattierungen die die Farbpalette der Helligkeitsunterschiede zwischen Schwarz und Weiß zuläßt. Durch die Lichtreflexe der untergehenden Sonne vermitteln sie den Eindruck von Zitronengelb, hell Orange, dem Rosa der Zyklamen bis Lilienlila, über glühendes Feuerrot, Bordeauxrot, Blutrot bis hin zum dunklesten Rot der Zarentöchter. Gespenstisch Grün sind sie vor einem Gewitter, Mitternachtsblau in der Dämmerung.

Es kann nicht von Hand gebaut werden, duldet kein betreten, toleriert keine manuelle Berührung; im Gegenteil jeder Griff nach ihm läßt es zerplatzen – und doch leben so viele in ihm.

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Die immer ausgeruhte, formvollendet frisierte, reizend geschminkte Hausfrau fegt im Tangoschritt oder auf Rollschuhen durch die mindestens 100 m² große Waschküche. Durch die riesigen Fenster mit Blick auf den gepflegten blühenden Garten in dem immer die Sonne vom blauen Himmel strahlt, wird die peinlichst saubere Waschküche von hellem Tageslicht erfüllt. Die Wäsche in den Stellagen ist mit architektonischer Genauigkeit angeordnet und farblich abgestimmt. Die stetig lächelnde Hausfrau, im kleinen Schwarzen, nach dem letzten Schrei im Top Outfit, oder wenn schon im Schürzenkleid, dann im faltenfreien, frisch Gestärkten. Faßt mit ihren wunderschön manikürten und rot lackierten Fingernägeln in die Waschmaschine und nimmt ein blitzsauberes und einwandfrei gebügeltes Hemd oder dergleichen makellosen Bademantel heraus, die immer sommerfrisch und kuschelweich sind.

Ob Ehemann, Sohn oder Tochter, alle sind stolz auf sie. Der perfekte Ehegatte kann nun sein Hemd sofort anziehen und direkt aus der Waschküche zu einer Geschäftsbesprechung gehen. Und wie sich erst die Kinder freuen, daß sie endlich mit einer sauberen Latzhose wieder im Schlamm Frösche jagen können.

Das i-Tüpfelchen ist aber das neue “Ultra” Pulver, das zusätzlich die Umwelt entlastet weil man viel weniger davon braucht. Nehme ich also nur die Hälfte und die Wäsche ist gleichwertig sauber ist das Mittel doppelt stark konzentriert. Oder?

Ist das nicht eben so paradox wie der Naßrasierer mit den drei Klingen der dadurch weniger Hautirritation hervorruft? Denn, streichen 3 klingen hinter einander über die Haut ist das weniger irritierend als 1 Klinge mit der der Bart geschnitten und 2x nachrasiert wird. Nicht? Apropos. Rufen sie sich einmal in Erinnerung wie ein Rasiervorgang bei ihnen zu Hause abläuft.

Sie sehen in den Spiegel. Es blickt ihnen ein athletischer durchtrainiertes Modell entgegen, das mit Gel gestylter Kurzhaarfrisur dem Bett entsprungen ist, sein Gesicht kurzerhand einschäumt und mit wenigen gekonnten Zügen sein Gesicht zum aalglatten Kinderpopo glättet. Währenddessen erhält er einen Klaps von seiner Mannequin Ehefrau auf seinen knackigen Allerwertesten. So richtig aus dem Leben gegriffen, eben wie bei ihnen zu Hause. Ja?

Was wollen uns solche Spots vermitteln? Daß das Waschmittel wirklich reiner wäscht, der Rasierer tatsächlich schärfer ist oder wir nicht dem Standart der durchschnittlichen Bevölkerung der offensichtlich gezeigt wird entsprechen.

Oder sollen wir durch den Kauf und das Benutzen dieser Produkte das erreichen und zu dem werden was wir gesehen haben?

Eine andere Variante wäre die schlicht Volksverblödung und Bauernfängerei?

Zeit

ist der Begriff der dafür verwendet wird, daß die Erde ihre Kreise unentwegt abspult, der Mond um sie rotiert, beide sich mit gleichgesinnten Anderen um die Sonne gleiten, es demgemäß hell und dunkel für uns wird, das Meer irgendwann flach und ruhig tief in seinem Bett liegt und die Empfindung in uns weckt es wolle schlafen, entgegengesetzt tobend schnaubt, als beabsichtigte es herauszuspringen aus der Bodenlosigkeit mit einem gewaltigen Satz und alles verschlingen. Unterdessen, brütend heiß, windstill und feucht ist gefolgt von Eiseskälte, wütenden Stürmen, Frost und Schnee im Wechsel. Es blühen Blumen bunt, Bäume und Sträucher assimilieren frisch und fröhlich wie sie ihre Blätter wieder abwerfen dann karg, trocken und trostlos warten auf eine Neubelebung. Der Mensch wird geboren wächst, lernt und wandelt sich, übernimmt Aufgaben und Verantwortung gibt diese wieder ab. Der anfängliche Flaum bedeckt kaum das Haupt, avanciert zu vollem dunklem Haar und ergraut schlußendlich. Die Haut ist glatt und straff, kleine Fältchen bilden sich werden zu Falten, die Haut erscheint gegerbt und wird blaß, fahl und grau. Der Babyspeck verschwindet, die Figur perfektioniert, nimmt an Masse wieder zu magert ab. Am Ende des Zyklus ist der Tod.

Dieser Zyklus unterliegt dem unaufhörlich fließenden Wandel eines Wertes der bestimmt ist und von uns für uns angegeben ist im Sekunden, Minuten, Stunden, Tagen, Wochen, Monaten, Jahren, Jahrzehnten, Jahrhunderten und Jahrtausenden, von Anbeginn bis jetzt.

Aber was ist es? Es ist nicht konkret, nicht faßbar, nicht zu beherrschen, nicht zu beschleunigen oder zu stoppen, weder zu hören, zu sehen, zu riechen, zu schmecken, zu fühlen. Es ist Hitze- und kältebeständig kann nicht gefüttert und auch nicht vertilgt werden.

Es ist nicht. Und dennoch. Wir wissen es ist da und sind ihm ausgeliefert.

Verloren

Aus den langsam wachsenden und nur schwer wieder aufzuforstenden Zedern des Libanon entstehen Tische, Sessel und Souvenirs. Um das gerodete Land tobt seit Jahrzehnten ein, wieder jeder andere auch, unverständlicher Krieg.

Auf den Flächen der Jahrhunderte alten Olivenhaine der Costa del Sol und der immer weiter zurückgedrängten Pinien von Aquitanien sind Finkas, Haziendas, und Residenzen entstanden jede für sich eingemauert in betonierte Zäune in denen die Swimmingpools gefüllt werden mit den letzten Topfen des durch die gewaltsame Kastration der Natur ohnehin vertrockneten Landes.

Die dereinst genußvolle Konsumation einer Bouillabes kredenzt mit herrlich frisch duftendem, reschem Baguette im idyllischen Hafen von Marseille ist überschattet, geprägt vom Bild der illegalen Straßenhändler die sich hier ein besseres Leben erhofften, aber nicht geduldet sind und sich aus Not in die Kriminalität flüchten – somit die großartige Fischsuppe nur mit einer Hand gegessen werden kann, denn die Andere sollt auf der Brieftasche verweilen.

Dahingegangen sind die Badefreuden an der Adria dessen anteiliges Land zur linken zerbombt, ausgebrannt und wirtschaftlich am Ende am Boden darnieder liegt, während zur Rechten die Überfüllung der einer Sardinendose den Rang abläuft, man denken könnte das es keine nationale Währung gibt und man die Speisenkarte in allen Sprachen vorfindet nur nicht in der des Landes, dessen typischen Speisen schwerer zu finden sind als die berühmte Nadel im Heuhaufen.

So atemberaubend das Bild der Küsten Mallorcas einmal gewesen sein möge, was ist geblieben vom weißen Sand, blauem Meer und wild gewachsenen Palmen? Cola Bacardi, Wodka Juice – schlimmer – Eisbein, Weißwurst und eine Maß Löwenbräu, Pallermann und Scharen an Besoffenen die einzig dem Fortpflanzungstrieb folgend und das Land verdreckende …… Menschen(?).

Wie hoch muß man klettern um frisches Wasser aus einem Gebirgsbach bedenkenlos trinken zu können? Bis zur Baumgrenze? Noch höher? Dorthin wo das Edelweiß wächst? Nein, so hoch kann man heutzutage bequem mit dem Auto fahren, und wenn man das kann, wie sauber ist das Wasser dann dort noch? Und finde ich das Edelweiß dann noch? Und wenn ich es gefunden habe, muß man es dann pflücken? Ist die Freude an der lebendigen Pflanze als Zeuge für die einmaligen Überlebenskünste dieses Gewächses denn nicht größer als die, es getrocknet und gepreßt in einem Buch in dem Augenblick in dem man das Buch zugeklappt hat zu vergessen?

Dies gilt immer nur für andere nie für einem selbst obwohl der Lebensraum der Natur täglich enger wird, nämlich um so viel wie täglich vom Menschen akquiriert und zubetoniert wird um eigenen Lebensraum zu schaffen, zuzüglich dessen was nicht notwendiger weise vernichtet wird. Wie lange wird es den Regenwald in Brasilien noch geben? Oder wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, daß sich der Mensch in die eigenen Lunge sticht und damit unzählige Arten unwiederbringlich aus dem Buch des evolutionären Lebens streicht.

Vielfach bestätigt durch den kaum mehr existierenden majestätischen indischen Tiger, der abfällig als Menschenfresser hingestellt, nicht zuletzt aber wegen seines begehrten Felles skrupellos abgeschlachtet wurde.

Ebenso scheint es, hat sich der Mensch zur Aufgabe gestellt sich großen mächtigen Tiere, in einem Anfall oder Wahn an Selbstbestätigung nach dem Motto ich bin der Größte, Klügste, Stärkste und der Beste, emotionslos hinzumorden. Sei’s bewiesen an den größten der Elemente. Zu Wasser der Blauwal, zu Lande der afrikanische Elefant und in der Luft der Stein- oder Seeadler und der Kondor.

Ob Tran, Elfenbein, die Feder, die Trophäe, die Lust am töten oder der kommerzielle Nutzen für mich ist es in allen Fällen entweder dumme, süffisante Überheblichkeit – süffisante, überheblich Dummheit oder überhebliche, dumme Süffisanz.