Freundschaft

…ist ein Bündnis, daß keiner kontrahierten Begründung in Schriftform bedarf. Sie entsteht wie zufällig. Ist ein Keim der sich in fruchtbarem Boden bohrt, sich in Sympathie verwurzelt und durch Harmonie zu gedeihen beginnt. Der junge grüne Trieb nährt sich von Geistesverwandtschaft, Zuneigung und Einigkeit, die er in sich aufsaugt und die zu einer starken Bindung reifen. Aber Vorsicht, der winzige Sproß steht noch auf schwachen Beinen und ist mit geringen Aufwand leicht zu entwurzeln, der auch, wenn er keine Nahrung erhält, schnell vertrocknet. Wird der Hunger mit vertrauter Einigkeit, bereitwilligem Wohlwollen und einträchtiger Brüderlichkeit gestillt, wird er zu einem hölzernen Bäumchen heranwachsen, das den starken Prüfungen windiger Intrigen, frostigem Neid, naßkalter Konkurrenz und dem Sturm der Eifersucht Stand hält, biegt sich im böigem Gewitter der Zwietracht zu Boden und richtet sich unter dem friedlichen Himmel der Verständigung wieder auf. Noch immer im Wachstum soll nicht enden die ständige Sättigung mit verbundener Eintracht zu einer, Jahr für Jahr schöner blühenden treuen Entente, die durch die kräftigen Wurzeln der Freundschaft gefestigt, allem Widerstand trotzende, unzerstörbare Allianz fürs Leben hervorbringt die ihre Sporen wider gibt, daß sie keimen mögen. Und es wächst ein neuer Baum.

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