Reichtum

… weltlicher Natur unterliegt den in Zahlen meßbaren Werten von Besitz, Geld und Gütern die uns ermöglichen uns zu erwerben was unser Herz begehrt, sich alles leisten zu können ist das Größte für uns, denn daran werden wir gemessen – wer etwas hat ist wer – ist der Maßstab, der nicht an uns selbst angelegt wird, sondern daran was wir haben, je mehr um so wertvoller ist der Mensch, um so wichtiger ist er.

Was aber ist noch größer für den der schon alles hat? Er kauft sich Meinungen und Stimmen, sogar Menschen, womit er sein eigenes riesengroßes Reich, in dem sein Wort Gesetz ist, uneingeschränkt und absolut beherrscht und genießt seine immense Macht, die eine meßbare ist, meßbar an der Zahl der Menschen die er befehligt, die er unaufhörlich voran treibt um im Wettrennen der Reichste, der Beste, der Begütertste zu sein, seine Stellung auf dem Siegespodest nicht zu verlieren um nicht eingeholt zu werden von seinen Verfolgern, wird er, der selbst der eigenen Gier auf den Fersen ist dem Angesicht der Menschen die er zertritt gegenüber blind.

Hat er jetzt schon alles?

ärztliche Betreuung ist erwerbbar. Medizinische, Leid lindernde Hilfsgüter können erstanden, und alle nur erdenklichen Annehmlichkeiten im Kaufprozeß ausgetauscht werden. Jedoch gibt es kein Lineal und keine Maßeinheit die an die Gesundheit angelegt werden kann, sie ist nicht zu messen – ergo unbezahlbar.

Kann er sich nach dem realen Verlust seines Augenlichtes ein neues kaufen? Niemand, nicht gegen sein ganzes Imperium kann ihm seine Sehkraft wieder geben, weder kann er befreit werden aus seinem Gefängnis der Finsternis, denn Freiheit ist ein nicht meßbarer Wert und mit nichts materiellem aufzuwiegen.

Ebenso die Zuneigung einer liebenden Person die ihn menschliche Wärme und milde Barmherzigkeit entgegenbringt um über die ersten, schwersten und dunkelsten Stunden hinwegzukommen, wird er für sein ganzes Habe nicht finden, niemanden der Farbe in das schwarze Loch füllt in das er gefallen ist, der Licht in sein monochromes geldgieriges Herz projiziert.

Erst seine Blindheit wird ihm vor Augen führen, daß die irdisch meßbaren Habseligkeiten den wertfreien Reichtümern unterliegen und erkennen das Macht sich wandeln kann in die nicht meßbare, die nämlich die ihn nun beherrscht.

Er wird die menschliche Nähe schätzen lernen, im Gedanken frei werden und sich am gesund funktionierenden Lauf der Welt erfreuen.

Mit den Jahren der Einsicht wird er ein Sehender werden – reicher als je zuvor.

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