{"id":311,"date":"2011-05-18T15:30:48","date_gmt":"2011-05-18T14:30:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.philodex.net\/blog\/?p=311"},"modified":"2011-05-18T15:30:48","modified_gmt":"2011-05-18T14:30:48","slug":"waffe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.philodex.com\/lit\/waffe\/","title":{"rendered":"Waffe"},"content":{"rendered":"<p>Es gibt unendlich viele M\u00f6glichkeiten einen Menschen zu verletzten. Nahezu jeder Gegenstand der spitz, scharf oder schwer<\/p>\n<p>genug ist eignet sich dazu. Egal ob Messer, Schere, Glasscherbe, Bleistift, Kerzenleuchter, Holzscheit oder auch nur die Faust.<\/p>\n<p>Doch nicht genug dessen hat der Mensch eigens Werkzeuge zur Verwundung und T\u00f6tung seinesgleichen entwickelt und hat noch nicht geendet noch weitere, noch mehr, noch abscheulichere, noch wirksamere, noch qualvollere und noch hinterh\u00e4ltigere Ger\u00e4tschaften der Vernichtung zu kreieren.<\/p>\n<p>Immer mehr Mensch haben solche Objekte der B\u00f6sartigkeit zu Hause.<\/p>\n<p>Noch gravierender ist, das jeder Mensch im Besitz der schrecklichsten aller Waffen ist. Kein Dolch ist so scharf, kein Schwert so spitz, weder das Projektil von Pistole oder Gewehr so explosiv wie die menschliche Zunge.<\/p>\n<p>Die Menge an Pulver gibt der Patrone die Schlagkraft eben wie sich die richtigen Buchstaben zu einem sein Ziel, somit seine Wirkung, nicht verfehlendem Wort formulieren k\u00f6nnen. Eine Salve an Worten, \u00e4hnlich der eines Maschinengewehrs die einen Mensch verletzen oder sogar t\u00f6ten w\u00fcrden, trifft der zielsicher formulierte Satz mitten ins Herz und Hirn verbleibt im Erinnerungsverm\u00f6gen und der Mensch mu\u00df damit leben. Wogegen der von einer Kugel get\u00f6tete Mensch nichts mehr empfindet, der verletzte nach dessen Genesung wieder vollst\u00e4ndig hergestellt ist.<\/p>\n<p>Ist er in seiner Ehre gekr\u00e4nkt, in seinem Stolz verletzt, wurde seine Profession angezweifelt, sein K\u00f6nnen, sein Talent, seine Berufung kritisiert, geschah dies in der \u00d6ffentlichkeit im Beisein seiner Bewunderer und Untergebenen, so wirkt es schwerwiegender als jedwede ihm k\u00f6rperlich angediehene Gewalt.<\/p>\n<p>Wird ihm diese Schmach kontinuierlich zugef\u00fcgt, f\u00fchrt dies zum Zweifel an sich selbst und der Frage nach dem Wahrheitsgehalt der Spitzz\u00fcngigkeiten. Die Qualen werden st\u00e4rker die Stiche treffen tiefer und tiefer, der Verfall in die Depression folgt, die nervliche Belastung steigt ins unerme\u00dflich.<\/p>\n<p>Unbeherrschbare Zuckungen im Gesicht stellen sich ein, ein leichter Juckreiz am Handr\u00fccken animiert zu st\u00e4ndigen kratzen und schaben an den eigenen H\u00e4nden. Unter den unaufh\u00f6rlichen Treffern der verbalen Projektile beugt sich der Getroffene dem psychischem Verfalle und bricht.<\/p>\n<p>Die Effektivit\u00e4t der Waffe &#8222;menschliche Zunge&#8220; ist unendlich, der Nutzen zur Antipode aber ebenso wertvoll und n\u00fctzlich wie sie sch\u00e4dlich sein kann.<\/p>\n<p>Jeder noch so kranke, vom Ungl\u00fcck geschlagenen kann wieder aufgerichtet und mit beiden Beinen ins Leben gestellt werden.<\/p>\n<p>So gehe kurz in Dich bevor Du jemanden kritisierst, piesackst oder ihm t\u00e4glich das Gleiche an den Kopf wirfst!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt unendlich viele M\u00f6glichkeiten einen Menschen zu verletzten. Nahezu jeder Gegenstand der spitz, scharf oder schwer genug ist eignet sich dazu. Egal ob Messer, Schere, Glasscherbe, Bleistift, Kerzenleuchter, Holzscheit oder auch nur die Faust. 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