{"id":392,"date":"2011-01-22T16:18:08","date_gmt":"2011-01-22T15:18:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.philodex.net\/blog\/?p=392"},"modified":"2011-01-22T16:18:08","modified_gmt":"2011-01-22T15:18:08","slug":"verhaltensverordnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.philodex.com\/lit\/verhaltensverordnung\/","title":{"rendered":"Verhaltensverordnung"},"content":{"rendered":"<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"2\">\n<h3>Ein kleiner Ratgeber f\u00fcr Wiener Kaffeehaus-,<br \/>\nRestaurant- und andere Gastst\u00e4ttenbesucher<\/h3>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>I.<\/td>\n<td>Gr\u00fc\u00dfen Sie den Herrn Ober freundlich, es ist eine Geste der Gastlichkeit die ihnen Herr Ober auch zu Teil werden l\u00e4\u00dft.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>II.<\/div>\n<\/td>\n<td>Wenn Sie den letzten freien Tisch in einem voll besetzten Lokal haben wollen, obwohl dieser reserviert ist &#8211; ACHTUNG &#8211; ein Herr Ober ist nicht bestechlich.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>III.<\/div>\n<\/td>\n<td>Herr Ober ist &#8222;unbestechlicher&#8220; Trinkgeldnehmer.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>IV.<\/div>\n<\/td>\n<td>Versuchen Sie nie eine Speise, die Sie nicht kennen, zu bestellen, zumindest nicht dann, wenn Sie nicht wissen wie man sie richtig ausspricht.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>V.<\/div>\n<\/td>\n<td>Vermeiden Sie den Ausdr\u00fccke &#8222;Tunke&#8220;, man wird Sie besser verstehen wenn Sie &#8222;So\u00dfe&#8220; bestellen.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>VI.<\/div>\n<\/td>\n<td>Bezeichnen Sie Kl\u00f6\u00dfe nicht als &#8222;Kl\u00f6\u00dfe&#8220;, sondern als &#8222;Kn\u00f6del&#8220;.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>VII.<\/div>\n<\/td>\n<td>Wenn Sie &#8222;Sp\u00e4tzle&#8220; haben wollen, bestellen Sie &#8222;Nockerl&#8220;.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>VIII.<\/div>\n<\/td>\n<td>Es ist auch bekannt, da\u00df in \u00d6sterreich &#8222;Tomaten&#8220; &#8222;Paradeiser&#8220; sind, also richten Sie sich danach.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>IX.<\/div>\n<\/td>\n<td>Herr Ober wird Sie besser verstehen wenn Sie die &#8222;Aprikose&#8220; als &#8222;Marille&#8220; bezeichnen.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>X.<\/div>\n<\/td>\n<td>Um Mi\u00dfverst\u00e4ndnisse zu vermeiden ist es auch einfacher anstatt &#8222;Apfelsinensaft&#8220; &#8222;Orangensaft&#8220; zu bestellen.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>XI.<\/div>\n<\/td>\n<td>Erkundigen Sie sich nicht wonach Haifischsteak schmeckt. Oder k\u00f6nnen Sie erkl\u00e4ren wonach eine Erdbeere schmeckt?<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>XII.<\/div>\n<\/td>\n<td>Wenn Sie sich eine Telefonm\u00fcnze von Ihrem Herrn Ober borgen, geben Sie sie auch zur\u00fcck.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>XIII.<\/div>\n<\/td>\n<td>Fragen Sie den Herrn Ober nicht wie sp\u00e4t es ist wenn er beide H\u00e4nde voll hat. Er f\u00e4llt nicht darauf herein.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>XIV.<\/div>\n<\/td>\n<td>Beschweren Sie sich nicht beim Herrn Ober wie schlecht das Lokal ist, wenn Ihnen nur das Essen nicht geschmeckt hat. Herr Ober hat nicht gekocht.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>XV.<\/div>\n<\/td>\n<td>Beurteilen Sie die K\u00fcche nicht nach dem Gewicht des Koches. Es ist ein Irrglaube, da\u00df ein guter Koch dick sein mu\u00df.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>XVI.<\/div>\n<\/td>\n<td>Beschweren Sie sich nicht \u00fcber die schlechte K\u00fcche nachdem Sie den Teller bis auf den letzten Bissen leer gegessen haben.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>XVII.<\/div>\n<\/td>\n<td>Versuchen Sie beim Italiener nicht italienisch zu sprechen, wenn Sie nicht italienisch k\u00f6nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>XVIII.<\/div>\n<\/td>\n<td>Sprechen Sie im Gourmet Restaurant nicht franz\u00f6sisch. Sie k\u00f6nnten sich blamieren.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>XIX.<\/div>\n<\/td>\n<td>Sprechen Sie den Herrn Ober mit &#8222;Herr Ober&#8220; an, nicht mit Hallo, Sie, Du, He.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>XX.<\/div>\n<\/td>\n<td>Schnippen Sie nicht mit den Fingern nach dem Herrn Ober. Die Sklaverei wurde schon 1861 abgeschafft.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>XXI.<\/div>\n<\/td>\n<td>Versuchen Sie auch nicht mit diversen Zischlauten die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, wenn Sie rasch bedient werden wollen.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>XXII.<\/div>\n<\/td>\n<td>Beschweren Sie sich nicht \u00fcber warmes Bier. Wenn Sie etwas kaltes wollen m\u00fcssen Sie Kaffee bestellen.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>XXIII.<\/div>\n<\/td>\n<td>Beschweren Sie sich nicht \u00fcber den Sprung in der Tasse, daran sehen Sie wie stark der Kaffee ist.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>XXIV.<\/div>\n<\/td>\n<td>Fragen Sie den Herrn Ober nicht um eine &#8222;sch\u00f6nen Tisch&#8220;, es sind alle entweder rund oder viereckig.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>XXV.<\/div>\n<\/td>\n<td>Fragen Sie beim Italiener niemals nach franz\u00f6sischen Landwein.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>XXVI.<\/div>\n<\/td>\n<td>Bestellen Sie beim Griechen keinen Falls t\u00fcrkischen Kaffee.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>XXVII.<\/div>\n<\/td>\n<td>Sushi gibt es nur beim Japaner und nicht beim Chinesen.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>XXVIII.<\/div>\n<\/td>\n<td>Es zeugt zwar nicht von Kulinarit\u00e4t, aber der Hamburger schmeckt doch bei Mc Donald am besten.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>XXIX.<\/div>\n<\/td>\n<td>Trinken Sie mit dem Herrn Ober nicht um die Wette. Er mu\u00df noch arbeiten.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>XXX.<\/div>\n<\/td>\n<td>Fragen Sie bei einer Beschwerde nicht nach dem Chef. Der Herr Ober k\u00f6nnte der Chef sein.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>XXXI.<\/div>\n<\/td>\n<td>Beginnen Sie Ihren Lokalbesuch nicht mit einer Reklamation \u00fcber die lange Wartezeit, dem Herrn Ober steht es frei ob er Sie bedienen wird oder nicht. Insbesondere dann wenn er der Chef ist.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>XXXII.<\/div>\n<\/td>\n<td>Ist er nicht der Chef ber\u00fccksichtigen Sie bitte, da\u00df Herr Ober auch nur zwei H\u00e4nde hat.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>XXXIII.<\/div>\n<\/td>\n<td>Zwei F\u00fc\u00dfe tragen ihn nicht schneller als sie es ohnehin schon tun. H\u00e4tte er R\u00e4der, w\u00e4re er kein Herr Ober geworden.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>XXXIV.<\/div>\n<\/td>\n<td>Akzeptieren Sie, da\u00df ihm auch nur ein Kopf zur Verf\u00fcgung steht.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>XXXV.<\/div>\n<\/td>\n<td>Ist das Lokal hoffnungslos \u00fcberf\u00fcllt nehmen Sie zur Kenntnis das Herr Ober auch schon m\u00fcde sein k\u00f6nnte und ihr Bier oder dergleichen einfach vergessen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>XXXVI.<\/div>\n<\/td>\n<td>Stellen Sie niemals die Frage &#8222;Herr Ober haben Sie mein Bier (oder dergleichen) vergessen?&#8220;, die Antwort ist in jedem Falle &#8222;Nein!&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>XXXVII.<\/div>\n<\/td>\n<td>Werden Sie nett, freundlich und rasch bedient, sagen Sie es dem Herrn Ober, er freut sich sicher dar\u00fcber.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>XXXVIII.<\/div>\n<\/td>\n<td>Vermeiden Sie eine Beanstandung \u00fcber eine M\u00fccke im Bier, speziell wenn Sie unter freien Himmel sitzen. Gegen die Natur ist Herr Ober machtlos.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>XXXIX.<\/div>\n<\/td>\n<td>F\u00fcttern Sie im Schanigarten kein V\u00f6gel, sie k\u00f6nnten frech werden und sich in Ihren Teller setzen.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>XL.<\/div>\n<\/td>\n<td>Halten Sie Kinder und Hunde an der Leine. Denn wenn sie im Spiel mit dem Herrn Ober kollidieren k\u00f6nnten sie mit hei\u00dfer Suppe \u00fcbergossen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>XLI.<\/div>\n<\/td>\n<td>Und wenn es doch passiert geben Sie nicht dem Herr Ober die Schuld.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>XLII.<\/div>\n<\/td>\n<td>Achten Sie darauf, da\u00df Ihr Hund den Herrn Ober nicht bei\u00dft. Der Leidtragende sind Sie, wenn Sie nicht mehr bedient werden.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>XLIII.<\/div>\n<\/td>\n<td>Wenn Sie in Wien eine Fledermaus auf der Speisekarte finden, so ist das nicht der Vampir sondern eine Altwiener Rindfleischspezialit\u00e4t.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>XLIV.<\/div>\n<\/td>\n<td>Ordern Sie keine So\u00dfe (Tunke) zum Wienerschnitzel, Sie brechen Herrn Ober das Herz damit.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>XLV.<\/div>\n<\/td>\n<td>Verkneifen Sie sich auch die Marillenmarmelade (Aprikosenkonfit\u00fcre) zum Wienerschnitzel. Wenn schon Marmelade, dann zumindest Preiselbeer.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>XLVI.<\/div>\n<\/td>\n<td>Sagen Sie dem Herrn Ober niemals er &#8222;Mu\u00df&#8220; ihnen Geld wechseln, zu diesem Zwecke ist er nicht da. Aber mit dem Zauberwort &#8222;Bitte&#8220; werden Sie auf keinen Widerstand sto\u00dfen.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>XLVII.<\/div>\n<\/td>\n<td>Ersuchen Sie Herrn Ober &#8222;h\u00f6flich&#8220; ein Taxi zu rufen wenn Sie eines ben\u00f6tigen, dann wird er Ihren W\u00fcnschen gerne nachkommen.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>XLVIII.<\/div>\n<\/td>\n<td>Es wird Ihnen auch kein Stein aus der Krone fallen, wenn Sie den Herrn Ober &#8222;freundlich&#8220; nach einer Zeitung fragen. So kommen Sie auch schneller zum Lesen.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>XLIX.<\/div>\n<\/td>\n<td>Lies nie mit dem Finger auf der rechten Seite der Speisekarte.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>L.<\/div>\n<\/td>\n<td>Beklagen Sie sich nicht dar\u00fcber wie teuer der Kaffee ist. Herr Ober ist nicht daf\u00fcr verantwortlich.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>LI.<\/div>\n<\/td>\n<td>In Gruppen ist es ratsam Sammelbestellungen aufzugeben. So \u00e4rgern Sie Herr Ober nicht, werden rascher bedient und sind am Ende selbst zufriedener.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>LII.<\/div>\n<\/td>\n<td>Bestellen Sie im Wiener Kaffeehaus nicht &#8222;Kafffe&#8220; sondern &#8222;Kafeee&#8220;, wenn Sie nicht sofort als Tourist entlarvt werden wollen.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>LIII.<\/div>\n<\/td>\n<td>Auf keinen Fall sollten Sie &#8222;Quark&#8220; zum &#8222;Topfen&#8220; sagen.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>LIV.<\/div>\n<\/td>\n<td>Ist zu wenig Obers in Ihrem Kaffee und Sie m\u00f6chten mehr Obers, dann fragen Sie nach mehr &#8222;Obers&#8220; und nicht nach &#8222;Sahne&#8220;.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>LV.<\/div>\n<\/td>\n<td>Gegen eine trockene Sachertorte hilft &#8222;Schlagobers&#8220;, nicht &#8222;Schlagsahne&#8220;.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>LVI.<\/div>\n<\/td>\n<td>Ist sie noch immer zu trocken trinken Sie eine &#8222;Portion Kafeee&#8220; dazu, nicht ein &#8222;K\u00e4nnchen Kafffe&#8220;.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>LVII.<\/div>\n<\/td>\n<td>In Wien ist ein &#8222;Berliner&#8220; ein &#8222;Krapfen&#8220;.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>LVIII.<\/div>\n<\/td>\n<td>&#8222;Topfenkolatsche&#8220; bleibt Topfenkolatsche und nicht &#8222;Quarktasche&#8220;.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>LIX.<\/div>\n<\/td>\n<td>Es ist zwar befremdend aber &#8222;Wienerli&#8220; sind in Wien &#8222;Frankfurter&#8220;.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>LX.<\/div>\n<\/td>\n<td>Bestellen Sie im echten Wiener Kaffeehaus keine &#8222;Kaisermelange&#8220;, zumindest dann nicht, wenn Sie in Ihrem Kaffee keinen Eidotter finden wollen.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>LXI.<\/div>\n<\/td>\n<td>Pr\u00e4zisieren Sie im Wiener Kaffeehaus die Bestellung &#8222;Einsp\u00e4nner&#8220;. Herr Ober bringt Ihnen vielleicht anstatt der gew\u00fcnschten Kaffeespezialit\u00e4t die H\u00e4lfte eines Paares Frankfurter. (Wird ebenfalls als Einsp\u00e4nner bezeichnet)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>LXII.<\/div>\n<\/td>\n<td>Pr\u00e4zisieren Sie im Wiener Kaffeehaus die Bestellung &#8222;Einsp\u00e4nner&#8220;. Auch dann wenn Sie nicht wollen, da\u00df Herr Ober einen Fiaker f\u00fcr Sie bestellt. (Auch eine Kutsche die von nur einem Pferd gezogen wird ist ein Einsp\u00e4nner.)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>LXIII.<\/div>\n<\/td>\n<td>Pr\u00e4zisieren Sie weiters, wenn Sie einen &#8222;Fiaker&#8220; bestellen, da\u00df Herr Ober wei\u00df ob er ihnen eine Kutsche bestellen soll oder ob Sie einen Einsp\u00e4nner mit Kirschwasser trinken wollen.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>LXIV.<\/div>\n<\/td>\n<td>Habe Sie keine Angst davor einen &#8222;Maria Theresia&#8220; zu bestellen. Herr Ober wird ihnen nicht die Gebeine der ehem. \u00f6sterreichischen Kaiserin vorsetzen, sondern eine Kaffeespezialit\u00e4t.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>LXV.<\/div>\n<\/td>\n<td>Desgleichen gilt f\u00fcr Franziskaner und Kapuziner, die ebenfalls Kaffeespezialit\u00e4ten sind. Es wird kein M\u00f6nch vor ihnen erscheinen.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>LXVI.<\/div>\n<\/td>\n<td>Herr Ober wird den Kaffee nicht \u00fcber Sie gie\u00dfen und auch nicht r\u00fcckw\u00e4rts gehen wenn Sie &#8222;Kaffee verkehrt&#8220; bestellen. Es ist einfach mehr Milch als Kaffee in der Tasse.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>LXVII.<\/div>\n<\/td>\n<td>In Wien haben Sie auch die M\u00f6glichkeit ein &#8222;S\u00e9par\u00e9e&#8220; zu bestellen, ohne mit moralischen Blicken gestraft zu werden. Lediglich Kaffee und Milch werden separiert serviert.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>LXVIII.<\/div>\n<\/td>\n<td>Es ist nicht erforderlich, da\u00df Sie eine &#8222;sch\u00f6ne&#8220; Tasse Kaffee bestellen, zumindest dann nicht, wenn Sie guten Kaffee meinen.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>LXIX.<\/div>\n<\/td>\n<td>Das Glas Wasser das ihnen Herr Ober mit ihrem Kaffee bringt ist zum Trinken, nicht zum H\u00e4nde waschen!<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>LXX.<\/div>\n<\/td>\n<td>Bitten Sie den Herrn Ober niemals um eine &#8222;schnelle&#8220; Tasse Kaffee, zumindest nicht, wenn Sie in einem Wiener Kaffeehaus sitzen, denn die Wiener Gem\u00fctlichkeit ist sprichw\u00f6rtlich.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>LXXI.<\/div>\n<\/td>\n<td>Erkundigen Sie sich nicht danach welche Torten es gibt, sondern welche Ihnen Herr Ober anbieten kann.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>LXXII.<\/div>\n<\/td>\n<td>Bitten Sie niemals nach dem Rezept des soeben Gegessenem. Es gibt in ganz Wien nur Geheimrezepte.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>LXXIII.<\/div>\n<\/td>\n<td>Obwohl immer mehr R\u00fccksicht auf Nichtraucher genommen wird, gibt es in keinem Schanigarten eine Nichtraucherecke.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>LXXIV.<\/div>\n<\/td>\n<td>Beim Heurigen wird, wie der Name schon sagt &#8222;Heuriger&#8220; ausgeschenkt und nicht &#8222;Jungwein&#8220;.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>LXXV.<\/div>\n<\/td>\n<td>Die \u00fcbliche Menge die getrunken wird ist ein &#8222;Vierterl&#8220; und nicht ein &#8222;Schoppen&#8220;.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>LXXVI.<\/div>\n<\/td>\n<td>Wenn Sie ein Viertel Heurigen (Schoppen Jungwein) bestellen verziehen Sie nach dem Kostschluck nicht das Gesicht. Der Heurige ist nicht &#8222;sauer&#8220;, sondern &#8222;resch&#8220;.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>LXXVII.<\/div>\n<\/td>\n<td>Ist Ihnen der &#8222;Heurige&#8220; zu &#8222;resch&#8220; versuchen Sie den &#8222;Alten&#8220;.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>LXXVIII.<\/div>\n<\/td>\n<td>Es gibt keine Rebsorte f\u00fcr &#8222;Heurigen&#8220;. Es ist ein &#8222;gemischter Satz&#8220;.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>LXXIX.<\/div>\n<\/td>\n<td>Ein &#8222;Cuvee&#8220; ist etwas anderes als ein &#8222;gemischter Satz&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>LXXX.<\/div>\n<\/td>\n<td>Sie k\u00f6nnen Ihren Wein dann nat\u00fcrlich mit &#8222;Mineralwasser&#8220; mischen, nicht mit einer &#8222;Selters&#8220;.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>LXXXI.<\/div>\n<\/td>\n<td>Eines der beliebtesten Getr\u00e4nke beim Heurigen ist nicht die &#8222;Schorle&#8220;, sonder der &#8222;G\u2019spritze&#8220;.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>LXXXII.<\/div>\n<\/td>\n<td>Beim Heurigen gibt es kein &#8222;Eisbein&#8220;, nur &#8222;Stelze&#8220;.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>LXXXIII.<\/div>\n<\/td>\n<td>Als Beilage bestellen Sie &#8222;Erd\u00e4pfel&#8220; und nicht &#8222;Kartoffeln&#8220;.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>LXXXIV.<\/div>\n<\/td>\n<td>Versuchen Sie nicht beim Heurigen Bier zu bestellen. Bei einem echten Heurigen gibt es nur Wein.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>LXXXV.<\/div>\n<\/td>\n<td>Wenn Sie vor dem nach Hause gehen oder nach zu reichlichem Weingenu\u00df noch Kaffee trinken wollen, werden Sie beim Heurigen ebenfalls Pech haben.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>LXXXVI.<\/div>\n<\/td>\n<td>Geben Sie nicht nur der Musik, sondern auch Herrn Ober Trinkgeld. Er trinkt zumindest genau so gerne wie die Musiker.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>LXXXVII.<\/div>\n<\/td>\n<td>Fragen Sie den Herrn Ober nicht ob er Trinkgeld nimmt. Geben Sie einfach Trinkgeld.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>LXXXVIII.<\/div>\n<\/td>\n<td>Fragen Sie den Herrn Ober nicht wieviel Trinkgeld er nimmt, zumindest dann nicht, wenn Sie seiner Forderung nicht nachkommen wollen oder k\u00f6nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>LXXXIX.<\/div>\n<\/td>\n<td>Den Herr Ober auf ein Getr\u00e4nk einzuladen ist nicht das gleiche wie ihm Trinkgeld geben.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>XC.<\/div>\n<\/td>\n<td>Seien Sie Herrn Ober nicht b\u00f6se wenn er leicht beschwipst ist. Dann n\u00e4mlich, ist er von sehr vielen G\u00e4sten auf ein Getr\u00e4nk eingeladen worden.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>XCI.<\/div>\n<\/td>\n<td>Sehr geehrte Damen, begrapschen Sie den Herrn Ober nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>XCII.<\/div>\n<\/td>\n<td>Sehr geehrte Herren, begrapschen Sie weibliches Servierpersonal nicht. (Gilt auch f\u00fcr den Herrn Ober)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>XCIII.<\/div>\n<\/td>\n<td>Danken Sie dem Herrn Ober f\u00fcr die freundliche Bedienung, er m\u00fc\u00dfte nicht freundlich sein.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>XCIV.<\/div>\n<\/td>\n<td>Haben Sie keine Scheu davor an ihrem Tisch alles offen auszusprechen, auch wenn Herr Ober anwesend ist. \u00e4rzte, Priester, Rechtsanw\u00e4lte und der Herr Ober unterliegen der Schweigepflicht.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>XCV.<\/div>\n<\/td>\n<td>Verzeihen Sie dem Herrn Ober wenn er Sie trotz allem nicht versteht, er spricht vielleicht mehrere Sprachen, aber Schw\u00e4bisch und Plattdeutsch kann er leider nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>XCVI.<\/div>\n<\/td>\n<td>Halten Sie dem Herrn Ober zu Gute, da\u00df er versuchen wird sich mit Ihnen zu verst\u00e4ndigen. Sei es mit Pantomime, h\u00e4nderingendem Deuten oder mit Fotografien der Tiere dessen Fleisch Sie gerade essen.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>XCVII.<\/div>\n<\/td>\n<td>G\u00f6nnen Sie dem Herrn Ober eine Rauchpause.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>XCVIII.<\/div>\n<\/td>\n<td>Halten Sie die Sperrstunde ein. Herr Ober hat auch ein Geschlechtsleben.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>XCIX.<\/div>\n<\/td>\n<td>Den Herrn Ober k\u00f6nnen Sie mit jedem Problemchen und Wehwehchen konfrontieren, er wird immer einen Ausweg finden.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"9%\" height=\"20\" align=\"left\" valign=\"middle\">\n<div>C.<\/div>\n<\/td>\n<td width=\"91%\" height=\"20\">Danken Sie Gott das es den Herrn Ober gibt.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td height=\"20\" align=\"left\" valign=\"middle\"><\/td>\n<td height=\"20\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"2\" height=\"20\" align=\"left\" valign=\"middle\">\n<h3>Schlu\u00dfwort<\/h3>\n<p>Denken Sie dar\u00fcber nach, lassen Sie es wirken, schlafen Sie eine Nacht dar\u00fcber und beherzigen Sie die kleinen Ratschl\u00e4ge, wenn Sie das n\u00e4chste Mal in einem Restaurant, Kaffeehaus oder in Ihrer Stammkneipe sitzen. Im Speziellen, wenn es an den Weihnachtsfeiertagen, in der Silvesternacht, am Ostersonntag oder an sonst irgendeinem Wochenende, an einem Feiertag, zum Muttertag, oder zu mittern\u00e4chtlicher Stunde sein sollte, zu einer Zeit also, wo Sie schon lange Ihre Freizeit genie\u00dfen.<\/p>\n<div>\n<p>Es verbleibt Ihr, Ihnen Prost,<br \/>\nMahlzeit und viel Spa\u00df<br \/>\nw\u00fcnschender Autor<\/p>\n<\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein kleiner Ratgeber f\u00fcr Wiener Kaffeehaus-, Restaurant- und andere Gastst\u00e4ttenbesucher I. Gr\u00fc\u00dfen Sie den Herrn Ober freundlich, es ist eine Geste der Gastlichkeit die ihnen Herr Ober auch zu Teil werden l\u00e4\u00dft. II. Wenn Sie den letzten freien Tisch in einem voll besetzten Lokal haben wollen, obwohl dieser reserviert ist &#8211; ACHTUNG &#8211; ein Herr &hellip; <a href=\"https:\/\/www.philodex.com\/lit\/verhaltensverordnung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eVerhaltensverordnung\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[24],"tags":[29,17,30,23,31,32,18,33,34,27,35,36],"class_list":["post-392","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kaffeeessay","tag-benehmen","tag-gesprach","tag-getranke","tag-herr-ober","tag-kaffee","tag-kaffeehaus","tag-kommandieren","tag-ratgeber","tag-restaurant","tag-servieren","tag-speisen","tag-sprache"],"aioseo_notices":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_likes_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.philodex.com\/lit\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/392","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.philodex.com\/lit\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.philodex.com\/lit\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.philodex.com\/lit\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.philodex.com\/lit\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=392"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.philodex.com\/lit\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/392\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.philodex.com\/lit\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=392"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.philodex.com\/lit\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=392"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.philodex.com\/lit\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=392"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}