Kommandieren

Kommandiert wird von demjenigen der die Befehlsgewalt nicht nur besitzt, sondern auch skrupellos ausnützt. Daß er sich damit aber selber tief ins eigene Fleisch schneidet bemerkt er nicht. Er dirigiert seine Untergebenen wie einen Chor dem er vorsteht, beherrscht mit forschem Ton und diktiert seinen Willen. Ob sinnvoll oder -los ist nur von peripher Bedeutung, denn sein Geheiß ist Gesetz. Daß er mit den erlassenen Vorschriften nur die Abkapselung der Unterdrückten erreicht ist nicht essentiell, denn einzig das Anweisen von Geboten und das Vorschreiben von Auflagen stärkt das Ego des dominierenden Gebieters, der sich in seiner Welt des anordnen, lenken, lotsen und steuern, beim Erteilen von Auflagen wohl fühlt und sich in seiner paranoiden Scheinwelt in Sicherheit wiegt. Er erzielt damit keinerlei Erfolg, denn man kann Freundlichkeit nicht auferlegen, Kreativität nicht befehlen, einem gut eingespieltem Team nicht vorsitzen, auf keinem Fall gute Ideen leiten und schon gar nicht eine positive Einstellung reglementieren.

Delegieren

…ist das Beauftragen oder das in Verwaltung geben von zur Ausarbeitung notwendigen Aufgaben an Mitarbeiter, die durch das betraut werden solcher Anforderung sich reich beschenkt und nicht abfällig behandelt fühlen. Im Gegenteil, sie wachsen mit der Ermächtigung zugeteilter Verantwortung die an sie abgegeben wird, geben gerne ihr Bestes und erreichen ausgezeichnete Ergebnisse. Plötzlich senden sie, durch das Ernennen zum Zuständigen, originelle Ideen, kreative Gedanken, phantasievolle Einfälle an weitere Mitarbeiter denen sie sich anvertrauen, berufen diese zu ihren Mitstreitern und händigen diesen gerne wertvolle Informationen aus, denen sie ohne dem überantworten von Pflicht niemals Achtung geschenkt hätten. Wie beim Wildwasserpaddeln, setzten sich plötzlich alle in den engen Raum eines frei schwimmenden Kanus, und stürzen sich voller Vertrauen in den Anderen, in ein gefährliches reißendes Abenteuer. Durch die überschäumende gegenseitige Unterstützung und den eisernen Zusammenhalt wird der Fehler des einzelnen ausgemerzt und in den ungestümen Fluten des Eifers ertränkt, denn alle miteinander wetteifern den gleichen Ziel entgegen. Sie detachieren Aufgabengebiete, verwalten die entstehenden Resonanzen, schicken die gesammelten Erträge an Geleistetem zurück an die übergeordnete Stelle, reichen Verspätetes nach und deputieren das Gesamtwerk an einer offen zugänglichen Stelle, wo es übersichtlich geordnet und für jedermann erreichbar ist. Denn, es sitzen alle in einem Boot.

Kommunikation

ist die akustisch in den Raum gestellte phonetische unterstrichene Wiedergabe von Lauten, die von sich in der näheren Umgebung befindlichen Personen aufgefangen, dechiffriert, und so diejenigen Individuen die der gesprochenen Sprache mächtig sind, verstanden werden können. Oder, so sagt der Duden: “die Verständigung untereinander”.

Sehr oft Zweck entfremdet wird diese unentbehrliche Informationsübermittlung, wenn sie dem eigenen Vorteil dienlicher ist als den allgemeinem Nutzen. Die gesammelte Erfahrung ließ mich schmerzlich erkennen, daß dies dort der Fall ist, wo Neid, Haß und Eifersucht am stärksten wirken, wo ignorante Machtgier nur noch von heuchelndem Kriechen übertroffen wird.

Wo jeder dem innerlichem Drang folgt sich selbst zu bestätigen, sich selbst hervorzuheben, wo jeder sich selbst der nächste ist, jeder der beste sein will und muß. Dort wo ausnahmslos jeder selbst der Chef ist, der bestimmt, befiehlt und kommandiert. Ursache dafür ist die hohe Zahl an Tischen die in zu vielen von einander getrennten Räumen die auf zu vielen Stockwerken verteilt herumstehen. Jeder kommandiert von dem Tisch, den er sein Eigen nennt. Niemand bewegt sein, mit Verlaub gesagt, fettes Hinterteil von seiner aufgewärmten Sitzgelegenheit, außer zur Nahrungsaufnahme. Und nicht einmal beim Futtertrog wird miteinander gesprochen. Einzig ein wisperndes nörgeln über das Mittagessen ist zu hören, neben dem gierigen Gewürge das das Verschlingen des angeblichen Fraßes erzeugt. Obwohl der Fraß nicht würdig ist gegessen zu werden, ist mit Erstaunen festzustellen das täglich die lautesten Nörgler die ersten am Futterbottich sind. Nach getätigter Sättigung hievt man seinen Allerwertesten wieder dorthin woher er kam und entsendet seine, sich mit anderen Entsendern widersprechende, Instruktionen. Die Entsender allerdings, die Minuten zuvor miteinander geschlemmt haben, jedoch nicht bereit waren die nachfolgenden Instruktionen zu erörtern.

Und so verhallt das Gesprochene im Raum und verliert sich infolge der Widersprüchlichkeit zu den paradoxen Anweisung nonkonformer Anordnungsgebern in Unglaubwürdigkeit.

Zwiegespräch

Der Wortwechsel zwischen zwei Menschen wird nicht nur durch das gesprochen Wort sondern auch durch das Zuhören geprägt, welches die verständliche Kommunikation fördert und dem Redner Zuständigkeit vermittelt.

Wer nicht Anteil nimmt an dem Erzähltem, der Erklärung, dem Vorgetragenem also, der wirkt nicht nur anmaßend, sondern auch arrogant ist nicht interessiert, beginnt zu unterbrechen, wechselt das Thema und gibt dadurch seine Unwissenheit und Ignoranz Preis, das weder philosophisch, konstruktiv noch klug ist, dann dadurch erfährt der Dialog den Monolog und so weiter gegebene verbale Information, verrät die wahre Identität der einseitigen Person die jetzt transparent ist und sich selbst Schaden, durch die Gefahr der Durchschaubarkeit, Erreichbarkeit und die Verletzlichkeit, zufügt.

Mit fehlender Aufmerksamkeit, Oberflächlichkeit und ohne Denkdisziplin ist es ihm schier unmöglich andere zu verstehen ernst zu nehmen oder zu überzeugen, denn durch den fehlenden Gegenstand in einseitigen Gesprächen, der erwächst aus der fehlenden Frage, die es bei jeder Auseinandersetzung zwischen zwei Menschen geben sollte, egal woraus der Kern besteht, wird der intellektuelle Horizont nicht gefordert und resultiert in Frustration, Schwarzsehen, Abneigung gegen ihn und seine Sache, denn er wird mit dieser Art der Verständigung niemanden erreichen, berühren oder anspornen, sondern eine negative Einstellung zu Tage fördern und bewerkstelligt damit nichts anderes als die innere Abkapselung des gegenüber Sitzenden.

Um Prinzipien festzulegen sollte planmäßig vorgegangen werden, Uneinigkeiten aus dem Weg geräumt und verständliche, zielführende und wirkungsvolle Lösungen erörtert werden. Fehlendes Wissen durch ausdauernde Kontinuität und unaufhörliche Lernprozesse komprimiert zu hervorragenden Können angeeignet werden. Nicht einfältige Unkenntnis durch Euphemismus überspielt, durch Verdrängung, bewußtes Vergessen oder vorsätzliches Beiseiteschieben einem unbefriedigendem Ergebnis vorziehen.

Erlangt wird dies, nicht allein durch die Frage, sondern durch das rotierende Verarbeiten von Gehörtem, dem Akzeptieren dritter Meinungen und unter anderem auch dem zuspielen und empfangen mündlicher Informationen, nicht durch das monotone nach dem Maul reden von vorgekauten verdrehten Halbwahrheiten, denn die fragmentierte bruchstückhafte Wiedergabe fremden Gedankengutes verfälscht die Aussage.