Zweifelhafter Erfolg

Der Weg dorthin ist ein langer finsterer Gang, genannt Skrupellosigkeit, in dem sich zu Beginn noch einige winzige Fenstern befinden. Öffnungen die den Gang mit Disziplin, Ethos und Wertmaßstab von Zeit zu Zeit noch ein wenig erhellen. Die Personen die sich für diesen Gang entscheiden beschreiten ihn meist jedoch mit Scheuklappen die jegliches auf die Seite blicken zu Ehre, Moral und Gewissen unterbinden. Die eigenen Schritte hallen in dem Gang so laut wider, daß das Hören einer inneren Stimme die auf ethisches Empfinden und das ureigenste Bewußtsein, das an Zweifel und Gewissensbisse erinnern könnte nicht mehr wahrgenommen werden kann. Je tiefer sie in den Gang eindringen um so enger wird die Bewegungsfreiheit, um so kleiner die letzten Funken an die Erinnerung von Verantwortung und Pflicht, um so lauter der Hall und immer niedriger die akustische Aufnahmefähigkeit des eigenen Gewissen. Die Fenster sind geschlossen, sind verplakatiert mit falschen Wegweisern die sie an das verjüngte Ende des Ganges leiten in dem sie vollends bewegungslos steckenbleiben und der Verlust jeglicher Wertvorstellung zu beklagen ist.

Festgefahren in ihrer eigenen Scheinwelt ohne Rechtsempfinden vertrocknen sie. Der verdorrte Rest ihrer selbst fällt durch den Rost der Ausweglosen. Übrig geblieben sind Personen die hochmütig und überheblich einen für den Rest ihres, vom menschlichen Standpunkt betrachtet, kümmerlichen Daseins fristen. Durch die, nach vollständigem durchlaufen des Ganges erhaltene Reputation von affektierter, eingebildeter Dünkelhaftigkeit beschert ihnen eine einsame, durch gespreiztes anmaßendes Getue überspielte, Existenz. Aber was hilft jetzt noch das eitle, herablassende Gehabe – denn jeder ist seines Glückes Schmied.

Gib stets acht welchen Weg Du entlang gehst. Eine Einbahnstraße kannst Du noch verlassen. Wehe Dir, wenn Du in eine Sackgasse gebogen bist. Aber hüte Dich vor ausweglosen Gängen.

Am Ende sollst Du vor Deinem auserwählten Ziel stehen!

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