Freiheit

Sie ist wie ein neu geboren Kind,
ungebunden, wie der Wind,

der weht durch’s Haar und ins Gesicht,
ohne Zwang, einfach, schlicht,

für sich allein und souverän,
den eig’nen Weg zu geh’n,

für sich selbst den Mann zu steh’n,
sich nicht nach fremden Fahnen dreh’n,

selbst im kleinsten Kreise,
anzutreten seine Lebensreise,

in der Obhut derer die du gerne hast,| … weiterlesen

Die Kraft der Ruhe

Es ist so ruhig, es ist so still,
daß ich die Wolken ziehen hören will,

hoch oben zwischen Kiefern, Latschen, Föhren,
nur der Wind ich kann ihn säuseln hören,

hab‘ unter Frust und Streß gelitten,
schau‘ apathisch rein in’s Tal das in den Berg geschnitten,

von des Berges Gipfel rein und karg,
der Frust, der Streß … sie waren arg,| … weiterlesen

Herbst

Der Tag ist kurz, schräg das Licht,
das in der frühen Dämm’rung bricht,

und ockergelb die Luft erfüllt,
die den kunterbunten Wald umhüllt,

ob doch klar in die Fern‘ die Sicht,
das Waldes Tiere Fell wird dicht,

die kleinen Nager sich mit Nüß‘ beladen,
der Nebel zieht herum in Schwaden,

Zum Schluß verbleiben Zweige nackt,
das färbig‘ Laub das hat | … weiterlesen

Flucht

Bin geflohen vor Streß und Frust,
wie weit, wohin, hab’s nicht gewußt,

hab‘ im Gebirge mich verkrochen,
hab‘ mit der Stadt, dem Druck, dem Zwang gebrochen,

ich weiß, daß eine Flucht,
niemals erntet süße Frucht.

Doch dort war’d mir beschieden,
Ruhe, Kraft und Frieden,

Jetzt wo Ruhe, Kraft und Frieden mir beschert,
bin ich an meinen Ausgangspunkt zurückgekehrt,

schreibe einen | … weiterlesen

Winter

Von unberührtem Weiß ist der Wald,
die Luft ist klirrend kalt,

totenstill und tief verschneit,
eis’ge Zapfen an einand‘ gereit,

obschon die Sonne lacht,
ist’s eine frostig Pracht,

spät beginnt der Tag,
der nicht lang verweilen mag,

in den kalten Nächten langer Dunkelheit,
macht der Frühling sich bereit,

der lang genug gedöst,
die Natur vom tristen Weiß erlöst.

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