Zeit

ist der Begriff der dafür verwendet wird, daß die Erde ihre Kreise unentwegt abspult, der Mond um sie rotiert, beide sich mit gleichgesinnten Anderen um die Sonne gleiten, es demgemäß hell und dunkel für uns wird, das Meer irgendwann flach und ruhig tief in seinem Bett liegt und die Empfindung in uns weckt es wolle schlafen, entgegengesetzt tobend schnaubt, als beabsichtigte es herauszuspringen aus der Bodenlosigkeit mit einem gewaltigen Satz und alles verschlingen. Unterdessen, brütend heiß, windstill und feucht ist gefolgt von Eiseskälte, wütenden Stürmen, Frost und Schnee im Wechsel. Es blühen Blumen bunt, Bäume und Sträucher assimilieren frisch und fröhlich wie sie ihre Blätter wieder abwerfen dann karg, trocken und trostlos warten auf eine Neubelebung. Der Mensch wird geboren wächst, lernt und wandelt sich, übernimmt Aufgaben und Verantwortung gibt diese wieder ab. Der anfängliche Flaum bedeckt kaum das Haupt, avanciert zu vollem dunklem Haar und ergraut schlußendlich. Die Haut ist glatt und straff, kleine Fältchen bilden sich werden zu Falten, die Haut erscheint gegerbt und wird blaß, fahl und grau. Der Babyspeck verschwindet, die Figur perfektioniert, nimmt an Masse wieder zu magert ab. Am Ende des Zyklus ist der Tod.

Dieser Zyklus unterliegt dem unaufhörlich fließenden Wandel eines Wertes der bestimmt ist und von uns für uns angegeben ist im Sekunden, Minuten, Stunden, Tagen, Wochen, Monaten, Jahren, Jahrzehnten, Jahrhunderten und Jahrtausenden, von Anbeginn bis jetzt.

Aber was ist es? Es ist nicht konkret, nicht faßbar, nicht zu beherrschen, nicht zu beschleunigen oder zu stoppen, weder zu hören, zu sehen, zu riechen, zu schmecken, zu fühlen. Es ist Hitze- und kältebeständig kann nicht gefüttert und auch nicht vertilgt werden.

Es ist nicht. Und dennoch. Wir wissen es ist da und sind ihm ausgeliefert.

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